Seniorengerechtes Gärtnern

Heinz Huber mit einem ergonomischen Arbeitsgerät
Heinz Huber mit einem ergonomischen Arbeitsgerät

Zum Thema „Seniorengerechtes Gärtnern“ begrüßte Heinz Huber, Seniorenbeauftragter des Bezirksverbands, die angehenden Projektgärtner sehr herzlich.

Einige Gartenbauvereine haben einen zunehmenden Anteil von älteren Mitgliedern, welche durchaus andere Interessen und Ansprüche haben, als jüngere Mitglieder. Ein Gartenbauverein ist um so attraktiver, je mehr er auf die unterschiedlichen Wünsche und Ansprüche der verschiedenen Mitglieder eingeht.

 

Gart`ln macht bekanntermaßen glücklich und gesund. In zunehmendem Alter wird es immer wichtiger, dass ein Garten pflegeleicht gestaltet ist bzw. rückenschonend bewirtschaftet werden kann. Die körperliche Fitness lässt nach, jedoch verfügen (zumindest einige) Senioren über mehr Zeit für ihren Garten. Diese Zeit soll nicht nur der Arbeit sondern auch der Erholung und Entspannung dienen. Sitzplätze ermöglichen Pausen während anstrengender Arbeiten und laden zum Verweilen ein oder zum geselligen Beisammensein mit Familie und Freunden. Besteht die Möglichkeit, mehrere Sitzplätze im Garten zu integrieren, sollten diese sowohl in schattiger als auch sonniger Lage, windgeschützt und je nach Geschmack sichtgeschützt sein. Oft bereichert schon ein einzelner Gartenstuhl oder eine Sitzfläche auf einer Trockenmauer die Sitzmöglichkeiten als Ergänzung zur Sitzgruppe auf der Terrasse oder dem Freisitz. Die unterschiedlichen Sitzpositionen ermöglichen es dem Gartenbesitzer, den eigenen Garten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu genießen. Nicht umsonst ist die Hausbank ein Klassiker, lädt sie doch zum gemütlichen Plausch mit Nachbarn und Passanten ein, kann aber auch als Ablagefläche z.B. für Einkäufe genutzt werden, so dass schwere Gegenstände nicht so weit angehoben werden müssen.

 

Doch Senioren wollen nicht nur Ruhen, sondern natürlich auch Werkeln und Ernten. Der Gartenfachmarkt bietet immer mehr Gartengeräte an, die ergonomisches, kräftesparendes und auf die Körpergröße angepasstes Arbeiten erlauben. Ein Arbeiten ohne Bücken ist etwa durch Hochbeete möglich, die Beethöhe sollte idealerweise der Körpergröße des Gärtners angepasst sein, also die Oberkante des Hochbeets auf Hüfthöhe des Gärtners sein.

 

Ein wichtiger und leider oft vernachlässigter Aspekt bei der Gartenplanung ist die Unfallsicherheit, welche im zunehmenden Alter immer mehr an Bedeutung gewinnt. Rutschfeste Bodenbeläge, möglichst barrierefreie Wege, optisch deutlich abgesetzte Stufen, Wege in Schubkarrenbreite, ausreichende Trittfläche, Geländer / Handlauf, Beleuchtung und niedrigwachsende Obstbäume zur leichteren Ernte sind die wichtigsten Möglichkeiten, das Gärtnern einfacher und gefahrloser zu machen. Ob ein Garten neu angelegt wird oder ein eingewachsener Garten umgestaltet werden soll, werden die genannten Aspekte berücksichtigt, hat man nicht erst im fortgeschrittenen Alter Vorteile, sondern jeder (auch bereits Kinder) profitiert unmittelbar von einer erhöhten Sicherheit und einem verbesserten Komfort.

 

Heinz Huber möchte mit diesem Vortrag das Augenmerk auf die speziellen Wünsche und Ansprüche der Senioren im Garten bzw. in den Gartenbauvereinen lenken und ist davon überzeugt, dass entsprechende Informationsangebote bei vielen Gartenbesitzern auf hohes Interesse stoßen werden, unabhängig vom Alter.