Sonnenblumen zum Naschen und Büffet von der letzten Salaternte

von Susanne Loidl OGV Götting

 

Der letzte Salat sollte noch vor dem Frost geerntet und gemeinsam zubereitet werden und als Besonderheit wollte ich mich mit den Kindern mit Sonnenblumenkernen beschäftigen. Die Aktion fand im Kindergarten statt.

Alter und Anzahl der Kinder / Betreuer
Es handelte sich um insgesamt 20 Vorschulkinder, mit denen ich gruppenweise zu je 4 bis 5 Kindern den Salat zubereitet und die Sonnenblumenkerne „erforscht“ habe. Die Kinder, die nicht gerade bei mir zu Gange waren, haben ganz normal im Kindergarten unter Aufsicht der Erzieherinnen gespielt.

Was mussten die Kinder selbst mitbringen?
Die Kinder brachten nichts mit. Im Kindergarten stand eine voll ausgestattete Küche zur Verfügung. Ich besprach vorher mit den Erzieherinnen, was sie vorrätig haben und was ich davon verwenden darf.

Materialien (Werkzeug und Verbrauchsmaterial)

  • Sonnenblumenköpfe
  • Salatschüssel und –besteck
  • Teller und Gabeln für alle (ich nehme bei Kindern gerne Kuchengabeln)
  • Beschichtete Pfanne
  • Flache Schälchen für die Sonnenblumenkerne
  • Handliche Messer und Bretter zum Öffnen bei getrockneten Sonnenblumen
  • Brotmesser und Brett zum Brotaufschneiden
  • Brot und Butter
  • Zutaten Salatsoße

Ort
Küche oder zumindest eine Herdplatte zum Rösten der Sonnenblumenkerne
Wasser zum Salatwaschen und Händewaschen

Jahreszeit
Es war schon November. Wegen den niedrigen Temperaturen und viel Regen hatte ich das Problem, dass mir die Sonnenblumen bereits zu faulen anfingen, daher habe ich einige Köpfe getrocknet und mitgebracht. Schöner wäre es natürlich, wenn die Sonnenblumen noch im Garten stehen und man im Freien die Kerne ernten kann.

Dauer der Gruppenstunde
etwa 3 Std.

Vorbereitungen vor der Gruppenstunde

  • Sonnenblumenköpfe trocknen, was aber entfällt, wenn man so eine Aktion einfach bereits im September oder Oktober macht.
  • Salatsoße fertig angemacht mitbringen. Wenn die Zeit reicht, sollte man die Soße aber doch lieber mit den Kindern gemeinsam anmachen. Hier kann man sich aber gut eine Zeitreserve schaffen, auf die man zurückgreifen kann, wenn `s einfach mit was anderem länger dauert, als geplant.
  • Brot und Butter einkaufen
  • Beschichtete Pfanne zum Rösten der Kerne
  • Geschälte Sonnenblumenkerne kaufen, denn so viele, wie die Kinder essen wollen, schält man nie und nimmer selber

Durchführung / Arbeitsschritte
Die Kinder kamen mit gewaschenen Händen in Kleingruppen in die Küche. Wir puhlten Sonnenblumenkerne aus dem getrockneten Korbboden. Als jeder so etwa 5 Stück hatte, durften die Kinder versuchen, die Schalen zu öffnen. Bei getrockneten Sonnenblumen ist das nur mit einem Messer möglich. Bei frischen geht das relativ leicht, indem man die Schale ein wenig mit dem Fingernagel anritzt und dann auseinanderzieht. Während die Kinder puhlen und knabbern kann man gemeinsam überlegen, was man alles mit Sonnenblumenkernen kennt, wer die außer uns noch mag, wie schwierig es wohl für die Vögel ist, an den Kern dran zu kommen, wie die Kerne schmecken, dass man welche als Saatgut aufbewahren sollte, wie man selber Vogelfutter herstellen könnte usw.

Währenddessen kann man einige Kerne in einer beschichteten Pfanne rösten, ohne Fett. Nun stellt man ein Schälchen mit normalen und eines mit gerösteten Kernen in die Mitte. Was fällt den Kindern auf? Dann kann man die beiden Schälchen herumreichen und nur mal dran riechen lassen, auch da werden die Kinder einen Unterschied feststellen. Man kann das noch mit geschlossenen Augen verstärken. Und endlich dürfen die Kinder den Unterschied auch schmecken!

Der bisherige Ablauf war für alle Kinder gleich. Die folgenden Aufgaben hat jeweils nur eine Gruppe übernommen:

Salaternte
Wir gingen in den Garten und haben alles geerntet und in einer großen Schüssel gesammelt, was noch zu finden war, also Blattsalat, Gelbe Rüben, Schnittlauch. Ein paar Tomaten waren noch in Papier zum Nachreifen eingewickelt, die konnten wir auch nehmen.
Der Schnittlauch wurde klein geschnitten und in eine flache Schüssel gegeben.

Salat waschen und zupfen
Ein Spülbecken war mit Wasser voll und da durfte jedes Kind eine Handvoll Salat waschen und dann im Handtuch trocken schleudern. Anschließend wurde der Salat noch mundgerecht klein gezupft. Dabei erzählte ein Kind, dass bei ihnen zu Hause der Salat auch Rupf- und nicht Pflücksalat heißt.

Tomaten und Gelbe Rüben schneiden, Salatsoße
Vor allem bei den Tomaten ist ein scharfes Messer auch bei Kindern sinnvoll, denn sonst wird nur gequetscht und nicht geschnitten.
Man muss schon ein Auge darauf haben, dass von dem Gemüse auch was in der Salatschüssel und nicht nur direkt im Mund landet. Außer man hat genug Gemüse, dass es egal ist. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Kindern vorm Schnippeln schon zu sagen, dass sie eine bestimmte Menge gleich futtern dürfen und der Rest für alle später ist.
Nun wurde auch die Salatsoße vorbereiten, dazu gab ich den Kindern die Mengen in Löffeln und kleinen Gläsern vor. Die Soße am besten in einer etwas tieferen Schüssel und mit einem Schneebesen umrühren.
Die Soße erst ganz am Schluss über den Salat geben, damit der noch knackig bleibt.

Brot
Das Brot wurde mit dem Messer aufgeschnitten (ich habe einen Ritz vorgeschnitten, wegen einer halbwegs gleichen Dicke der Brotscheiben und die Kinder haben fertig geschnitten), mit (weicher!) Butter bestrichen und in mundgerechte Stücke geteilt. Ich habe darauf geachtet, dass überall Rinde dran war, damit man es gut nehmen kann und dass die Kinder später alle ein fast gleiches Stück bekommen. Die Butterbrotstücke wurden auf zwei Tabletts angerichtet.

Tischlein deck Dich
Wir haben als Tisch im Turnraum zwei Langbänke nebeneinander gestellt. Auf einen Kasten stellten wir den Tellerstapel, Gabeln, die Salatschüssel, die Tabletts mit den Butterbrotstückchen und zwei flache Schälchen mit gerösteten Sonnenblumenkernen und kleingeschnittenem Schnittlauch.

Endlich Essen!
Die Kinder setzten sich alle an den Tisch. Wir besprachen nochmal, was alle gemacht haben und was ihnen besonders gefallen hatte.
Ich verteilte den Salat auf die Teller, damit alle in etwa gleich viel bekommen, aber auch nix übrig bleibt und auf jedem Teller von jedem Gemüse was landet. Die Kinder sollen die Teller am Tisch durchreichen, bis jeder einen hat. Dann wünschten wir uns einen guten Appetit und endlich durfte gegessen werden. Wer mit dem Salat fertig war, konnte sich bei dem Kasten anstellen und seine zwei Stück Butterbrot abholen (ich hatte die Stücke durchgezählt und es waren etwas mehr, als 40 Stück, also gut doppelt so viele, wie Kinder da waren). Mein Gedanke war, dass die Kinder mit einem Brotstück mit der Butterseite in den Schnittlauch und mit dem zweiten Stück in die Sonnenblumenkerne eintauchen sollten, aber fast alle Kinder wollten nur Sonnenblumenkerne.

Als alle fertig gegessen hatten, räumten wir das Geschirr zusammen und brachten wieder alles in die Küche, wischten die Langbänke ab und saugten den Bereich um „Tisch“ und Kasten, denn es lagen schon einige Kerne und auch etwas Schnittlauch am Boden. Besser wäre es gewesen, die Kinder hätten die Teller mit zur Brotstation gebracht.

 

Öffentlichkeitsarbeit
Folgenden Text gab ich an die örtliche Presse und er wurde fast vollständig mit Foto gedruckt:

Die Vorschulkinder vom Kindergarten Sonnenblume in Götting konnten sich über ihre letzte Salaternte in diesem Gartenjahr freuen und Sonnenblumen einmal ganz anders kennenlernen.

Susanne Loidl vom Obst- und Gartenbauverein Götting besuchte den Kindergarten und brachte einige getrocknete Sonnenblumenköpfe mit. Die Kinder durften die Kerne zuerst aus dem Korbboden heraus puhlen  und anschließend die Kerne von der Schale freilegen. Das ging gar nicht so einfach und alle waren erstaunt, wie das die Vögel nur mit ihrem Schnabel schaffen. Die Kerne schmeckten leicht nussig und ein Kind glaubte sogar, schon das fertige Brot herausgeschmeckt zu haben. Nachdem einige Kerne in einer Pfanne angeröstet wurden, durften die Kinder noch einmal probieren und waren nun vollends vom Geschmack der Sonnenblumenkerne begeistert. Gemeinsam wurde überlegt, wo die Kinder schon Sonnenblumenkerne gesehen haben oder was man mit den Kernen machen könnte und die Kinder hatten dazu viele Ideen: Sonnenblumenkerne kann man über einen Salat streuen, man kann mit ihnen Basteln, im Vogelfutter sind sie enthalten, man muss Kerne für das Frühjahr aufheben, um wieder neue Sonnenblumen anpflanzen zu können, es gibt Sonnenblumenöl und beim Backen kann man die Kerne in Brot und Semmeln verarbeiten.

Danach ging es in den Garten und die Kinder ernteten die letzten Salatköpfe. Anschließend wurde der Salat gewaschen und mundgerecht gezupft. Andere Kinder schnippelten noch nachgereifte Tomaten, Gelbe Rüben und Schnittlauch klein und fügten auch diese Zutaten in die Salatschüssel hinzu. Einige Butterbrote wurden gestrichen und kleingeschnitten und nun konnte das Büffet aufgebaut werden. Jedes Kind durfte vom Salat probieren und sogar einige, die sonst nicht so gerne Salat essen, haben an diesem Tag kräftig zugefasst. Dann gab es noch für jeden Butterbrotstücke, die die Kinder entweder in Schnittlauch oder geröstete Sonnenblumenkerne eintauchen konnten und alle Kinder waren sich einig, dass im neuen Gartenjahr unbedingt noch viel mehr Salat und Sonnenblumen angebaut werden müssen, damit man dann wieder ganz oft etwas zum Ernten und genießen hat.

Kosten gesamt bzw. je Kind
Ein großer Laib Brot 2,80€ und eine Packung Sonnenblumenkerne ca. 3€ aus dem Reformhaus.
Die restlichen Zutaten (also Salatsoße und Butter) waren aus dem Bestand des Kindergartens bzw. von mir.

Weitere Anregungen:

Malen
Die Kinder, die gerade nicht beim Vorbereiten des Salats helfen, könnten Bilder von Sonnenblumen malen.

Bilder kleben
Auf Tonpapier und mit Tapetenkleister kann man aus getrockneten Sonnenblumenkernen, Linsen, Bohnen u.ä. Bilder kleben. Dazu den Bereich, den man gestalten möchte, mit Tapetenkleister einstreichen und die Körner entweder einzeln darauf setzen oder drüber streuen, und den Rest wieder einsammeln. Die Kinder mit der Menge an Klebstoff, den sie auftragen, erst mal experimentieren lassen, bevor sie das eigentliche „Kunstwerk“ beginnen. Den Kindern gleich erklären, dass das Bild über Nacht trocknen und so lange liegen bleiben muss.