Schätze im Herbst 2015

Einstimmung zum Seminar

Roland Herzog, stellv. Leiter der Jugendbildungsstätte Königsdorf, begrüßte alle Teilnehmerinnen sehr herzlich zur Fortbildung „Schätze im Herbst“.
Die Inhalte dieser Veranstaltung richteten sich insbesondere an Jugendleiter und in der Jugendarbeit Aktive und sollten als Anregungen dienen, mit Kindern Neues in der Natur zu erleben. Mit den Themenbereichen Kochen am Lagerfeuer und Seilaufbauten wurde insbesondere dem Wunsch nachgekommen, Gruppenstunden für Jugendliche mit „Spannung und Abenteuerfaktor“ attraktiver zu gestalten. 

Roland zeigte kurz auf, welche Aktionen für die beiden Tage geplant waren und ließ dann auch gleich alle Teilnehmer ein Spiel ausprobieren, das gut mit Kindern zur Gruppeneinteilung gespielt werden kann.

Spiel zur Gruppeneinteilung: Knoten lösen
Vorbereitung: Für je zwei Spieler wird ein Seil verwendet. Alle Seile werden so ineinander verschlungen, dass sich in der Mitte ein Knoten befindet und die Enden sternförmig nach außen liegen.
Nun soll jeder Spieler ein Seilende in die Hand nehmen und nicht mehr los lassen, bis der ganze Knoten gelöst ist. Um die Knoten zu entwirren, muss unten durch geschlüpft, drüber gestiegen und um andere außen herum gegangen werden. Das Spiel lockert die Stimmung und es bilden sich zufällige Paare.
Die beiden Spieler, die sich ein Seil teilen, bilden ein Team.

Kennenlernrunde Kleeblatt
Jeder zeichnet ein vierblättriges Kleeblatt, interviewt seinen Partner und schreibt die gehörten Infos des anderen in Stichpunkten auf, Vorgaben waren:

  • Name
  • Bezug zur Jugendarbeit
  • Woher kommt man? Was macht man sonst noch?
  • Schätze / Besonderheiten der Person (z.B. Kinder, Haustiere, besondere Hobbys)

Bei der Vorstellungsrunde im Anschluss stellt jeder seinen Partner vor.

Achterknoten
Achterknoten

Grundlagen Material- und Knotenkunde für Seilaufbauten
Roland zeigte den Achterknoten und Ankerstich-Knoten, welche für den Seilaufbau am nächsten Tag benötigt wurden. Der Vorteil des Ankerknotens ist, dass er sich, egal wie straff er gezogen wird, wieder gut lösen lässt.

Aus einem Sammelsurium von Seilen, Gurten, Bändern, Schlingen, Karabinern … sollten die Teilnehmer heraussuchen, welche Materialien zur Alpinausrüstung und welche in den Industriebereich gehören, um ein erstes Gefühl für die Beschaffenheit und Eigenschaften des unterschiedlichen Materials zu bekommen. Auf den Seilen bzw. Gurten waren ähnliche Werte bei den Belastungsgrenzen angegeben, jedoch gibt es zwei markante Unterschiede zwischen den genannten Sparten: Die Belastungsgrenzen bei den Alpin-Seilen sind die tatsächlichen Höchstwerte. Bei den Industriematerialien ist jedoch ein bis zu siebenfacher Sicherheitsfaktor eingebaut, das bedeutet, dass ein Industrie-Gurt, der mit 2 Tonnen Belastbarkeit angegeben ist, tatsächlich bis zu 14 Tonnen Gewicht aushält. Der andere wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Materialien aus dem Alpinen meist mehr oder weniger elastisch sind, die Industriematerialien hingegen nicht. Die Elastizität ist in Abhängigkeit vom Körpergewicht beim Konstruieren der Seilaufbauten mit zu berücksichtigen, damit die Person, wenn sie fällt und der Sicherheitsgurt zum Tragen kommt, dieser samt Hilfsseil in der Länge richtig bemessen wurde und die fallende Person vor dem Aufprall am Boden abgefangen wird.

Auf Grund dieser unterschiedlichen Eigenschaften sollen Alpin- und Industriematerialien nie in einer statischen Einheit kombiniert werden. Es können aber durchaus in einem Seilaufbau eine Slackline aus Industriematerial und ein Handlauf aus Alpinmaterial verwendet werden, da diese statisch voneinander getrennt sind.

Industriematerialien sind oft günstiger als vergleichbare Materialien aus dem Sport- bzw. Outdoorbedarf. Es ist jedoch in jedem Fall auf gute Qualität mit entsprechender Kennzeichnung zu achten, also keine Angebotsware ohne DIN-Kennzeichnung verwenden.

Einen wichtigen Aspekt legte Roland den Teilnehmerinnen im Vorfeld noch ans Herz, wenn man nach einer geeigneten Stelle für einen Seilaufbau Ausschau hält, den 6-Seiten-Blick. Das bedeutet, dass man nicht nur auf beide Seiten, vorne und hinten kontrolliert, ob der Bereich gefahrlos ist, sondern auch der Boden und der „Luftraum“ sind zu berücksichtigen. Der Boden sollte frei von Stolperfallen (herumliegende Äste, Zapfen, Steine etc.), Brennnesseln, und anderen störenden Dingen sein. Vor allem für den Anfang ist eine Wiese günstig. Mit einem sicheren Luftraum ist gemeint, dass keine losen Äste in den Baumkronen hängen, die auf die Gruppe herunterfallen könnten.

Nun stieß auch Judith Geißler-Herzog, Dipl. Musiklehrerin, zur Gruppe hinzu und hatte ein paar Aufwärm- bzw. Singspiele dabei:

Der Abt ist nicht zu Hause
Der Abt ist nicht zu Hause

Der Abt ist nicht zu Hause
Alle Spieler sitzen im Kreis auf Stühlen, nur der Abt hat keinen. Dieser geht innen im Kreis und klopft mit seinem langen Stab auf den Boden vor einem Mitspieler. Dieser stellt sich in einer Reihe hinter dem Abt auf und der Zug geht singend weiter. So werden nach und nach immer mehr Sitzende in den Zug geholt. Plötzlich lässt der Abt den Stab fallen und alle Kinder versuchen, einen Sitzplatz zu erobern. wer keinen findet, ist der neue Abt.

Bewegte Füße – Moving Feet
Bei diesem Lied wird unter musikalischer Begleitung durch den Spielleiter (Gitarre, Flöte, Trommel…) abwechselnd auf Zehenspitzen, auf den Fersen, auf dem Innen- bzw. Außenfuß gegangen, gehüpft und gerannt bis der Spielleiter plötzlich die Musik beendet und alle in der Bewegung verharren. Wer sich noch bewegt, scheidet aus.

Oh wie fein, hier hast Du meinen Stein - Spiel im Sitzkreis
Oh wie fein, hier hast Du meinen Stein

Oh wie fein, hier hast Du meinen Stein
Alle Spieler knien im Kreis und jeder hat einen nicht allzu kleinen Stein in der Hand. Der Stein sollte sich gut fassen und mit einer Hand aufheben lassen. Im Rhythmus wird der Stein nun im Kreis weitergereicht, wobei man ihn vor dem linken Sitznachbarn ablegt. Wenn das gut klappt, kann man die Schwierigkeit steigern, indem man bei „Acht“, also der drittletzten Betonung den Stein nicht weiterreicht, sondern vor sich in der Mitte auf den Boden klopft, bei „man“, (vorletzte Betonung) links auf den Boden klopf und bei „macht“ (letzte Betonung) rechts auf den Boden klopft, so dass man ein Dreieck geklopft hat.
Zu der Melodie gibt es auch eine Strophe mit Nüssen und man kann den Text natürlich auf die Dinge umdichten, die man gerade zum Klopfen und Weiterreichen zur Hand hat.

Empampie kolonie, Singen und Abklatschen
Empampie kolonie, Singen und ...

Empampie kolonie
Der Text ergibt zwar keinen Sinn, macht aber sehr viel Spaß! Alle stehen im Kreis und legen die Hände so auf bzw. unter die Hände des Nachbarn, dass jeder die rechte Hand oben und die linke Hand unten hat. Im Rhythmus klatscht nun beginnend bei „pie“ einer mit seiner rechten Hand auf die rechte Hand seines linken Nachbarn. Dieses Klatschen wird nun im Kreis weitergegeben bis zum letzten „Paff“. Konnte der Spieler den Klatscher noch an seinen linken Nachbarn weitergeben, scheidet der linke Spieler aus, konnte der linke Spieler rechtzeitig seine Hand wegziehen, dann scheidet der rechte Spieler aus.
Es scheidet auch jeder aus, der bereits zu früh an einer anderen Stelle im Lied die Hand wegzieht. Sieger ist, wer als letzter übrig bleibt.

Hörst Du die Regenwürmer husten
Hörst Du die Regenwürmer husten

Hörst Du die Regenwürmer husten
Zum Text gibt es passende Bewegungen, die Schritt für Schritt eingeführt werden. Wenn Singen und Gestik gut funktionieren, kann man die Ausführung variieren, also langsam und schnell, leise und laut singen. Je schneller gesungen wird, umso lustiger wird es.

Laurentia, liebe Laurentia mein
Alle stellen sich im Kreis auf und fassen sich an den Händen. Bei dem Wort "Laurentia" und bei jedem Wochentag gehen alle zusammen in die Hocke, ohne sich an den Händen loszulassen. Das Tempo steigert sich an der Stelle, an der die Wochentage als Kette aneinandergereiht werden. 
Bei einem Sitzkreis kann man statt in die Hocke zu gehen, an den genannten Textstellen aufstehen.

Mein Hut, der hat drei Ecken
Mein Hut, der hat drei Ecken

Mein Hut, der hat drei Ecken
Zum Text gibt es passende Bewegungen, die Schritt für Schritt eingeführt werden. Wenn Singen und Bewegungen gut funktionieren, kann man Worte weglassen und nur noch die Gesten machen, bis man am Ende gar nicht mehr singt, sondern nur noch im Rhythmus die Bewegungen ausführt. Natürlich lässt sich auch hier das Tempo steigern …

When an Austrian was jodeling - Bernhardiner
When an Austrian was jodeling ...

When an Austrian was jodeling
Es handelt sich zwar um ein Lied mit englischem Text, da sich in jeder Strophe aber nur ein Wort ändert, ist es auch für Kinder leicht zu erlernen. Es wird die Verkettung unglücklicher Umstände beschrieben, warum ein Österreicher immer wieder beim Jodeln unterbrochen wird und die Kinder dürften ihren Spaß dabei haben.
Jedes neue Wort wird von einer Bewegung begleitet und sozusagen als Refrain werden alle bisherigen Bewegungen in der richtigen Reihenfolge wiederholt.

Springt da Hirsch über`n Bach
Dieses Lied war das einzige ohne spielerische Aktionen. Hier ist vielmehr akrobatische Höchstleistung bei der Aussprache gefragt, denn im Grunde handelt es sich um einen Zungenbrecher. Von Vorteil ist es, wenn man Dialekt spricht bzw. das Lied lässt schnell erkennen, ob man des Bayerischen mächtig ist oder eben nicht.
Aber egal ob die Aussprache immer hundertprozentig stimmt, dieses fröhlich-beschwingte Lied kann bei Wanderungen angestimmt werden, sobald man einen Hirsch, Hasen, Floh oder eine Fliege entdeckt oder man an einem Brombeerstrauch oder Dirndlbirl (=Kornelkirsche) vorbeikommt.

Der Vorteil bei all diesen Singspielen ist, dass Kinder, die eigentlich nicht so gerne singen und sich bei der direkten Aufforderung zum Singen innerlich sperren, bei diesen Singspielen meist sehr gerne mitmachen und auch mitsingen, da der spielerische Aspekt im Vordergrund steht und sie gar nicht bewusst wahrnehmen, dass sie im Grunde doch auch singen.

Ausgeruht und gestärkt nach einer geruhsamen Nacht in einer Blockhütte und einem opulenten Frühstück trafen sich alle Teilnehmerinnen mit den Referenten im Freien. Neu war Silke Reusch hinzugestoßen, welche an diesem Tag das Thema Früchte der Natur und deren Verarbeitung vorgesehen hatte.

Damit alle noch so richtig wach und munter werden konnten, gab es zur Auflockerung ein wenig „Morgengymnastik“ und Musik.

Judith gab den Tipp, bevor man mit dem Singen beginnt, sollte man immer die Stimme ein wenig aufwärmen. Indem man z.B. mit Tierlauten von tief nach hoch und wieder tief bellt, miaut etc. Auch sollte man bedenken, dass Kindern meist eine höhere Stimmlage besser zusagt. Bei einer tiefen Tonlage haben Kinder oft Hemmungen mitzusingen und verlieren auf Dauer ganz die Lust zu singen. F und aufwärts ist erfahrungsgemäß für Kinder eine gute Tonlage.

Äpfel pflücken
Entsprechend des Textes, der in eine kleine Geschichte eingebunden werden kann, sollen die Körperstellen berührt und etwas gerieben werden:

Unterschenkel
Oberschenkel
Bauch
Brust
Wangen
Strecken am Apfelbaum
Hüpfen (der Baum ist seeehr hoch)
Pflücken des Apfels mit Drehbewegung der Hände
Schrei: Ah!  (Erfolg, Freude wenn man den Apfel endlich hat)
Schrei: Uh!  (zeigen, wie stark man ist)
Schrei: Ahugahaga huga, ahugahaga huga (Arme in die Luft strecken)

Der Körper wird gebeugt und gestreckt und man bekommt auch gleich gute Laune. Um es spannender zu machen, ist es immer gut, wenn man eine Geschichte dazu erzählt, auf die die Bewegungen passen. Und weil der erste Apfel so lecker war, wird gleich nochmal einer gepflückt …

Morgen, guten Morgen - hast Du gut geschlafen
Morgen, guten Morgen ...

Morgen - ein Sprechstück
wird mit schnipsen, klatschen, auf die Brust bzw. die Oberschenkel klopfen begleitet. Nach ein paar Durchläufen hatten alle den Bewegungsablauf raus und so gelang sogar ein Kanon.

Frisch und munter begann nun die Wanderung durch das große Gelände der Jugendbildungsstätte Königsdorf. Unterwegs kam die Gruppe auch an der Sternwarte des Vereins Isartalsternwarte e.V. vorbei, welche öffentlich besucht werden kann. Doch an diesem Tag lag das Augenmerk auf den essbaren Schätzen am Wegesrand und zu den gefundenen Pflanzen konnte Silke einige Anregungen geben:

Kornelkirschen
Kornelkirschen

Kornelkirsche (=Dirndlbirl)
Dirndlbirlblattl kommt vom Kornelkirschenbaum
Die Beeren sollten nicht in zu großen Mengen roh gegessen werden.
Rezeptideen:
Kornelkirschen mind. eine Woche in Weißweinessig einlegen, den Essig für Salatsoßen verwenden und die Kornelkirschen kleinschneiden, in Butter unterrühren und als herzhaften Brotaufstrich verwenden.
Kornelkirschen in Essig und Salz einlegen und als Bayerische Oliven essen.

Hollerernte
Hollerernte

Holler
Die Beeren sollten nicht roh gegessen werden.
Rezeptideen:
Hollersaft mit etwas angewärmten Apfelsaft trinken, nimmt dem Holler den intensiven Eigengeschmack.
Aus Hollersaft lässt sich gut Gelee zubereiten.

Brennnesseln
Sind in der Naturheilkunde als Männerkraut bekannt.
Beim Pflücken ist darauf zu achten, dass die Blätter bzw. Pflanzen von unten nach oben angefasst werden. Zum Pflücken der Blätter ein Blatt mit je einem Finger von oben und unten anfassen und abzupfen. Das Blatt bzw. die Brennhärchen verlieren nach einigen Minuten Wartezeit ihre „Angriffslust“ und können dann problemlos gegessen werden.
Rezeptideen:
Die Samen können nach Art von Antipasti in Olivenöl eingelegt werden.
Getrocknete Samen können über Salat und Müsli gestreut werden.
Die frischen Blätter können wie Spinat gedünstet werden.
Kleingeschnittene Blätter finden als Gewürz Anwendung.
Die Blätter können mit oder ohne Ausbackteig frittiert und ggf. etwas gesalzen werden und sind dann als Chips und Knabberei nicht nur bei Kindern sehr beliebt.

Wacholderbeeren
Wacholderbeeren

Wacholder
Alle zwei Jahre bringt ein Wacholder dunkle Früchte hervor. Diese können getrocknet und z.B. beim Kochen von Sauerkraut verwendet werden.

Hagebutte
Die Hagebutte ist die Frucht der Rose. Je nach Rosensorte sind die Form und der Anteil am Fruchtfleisch sehr unterschiedlich. 
Rezeptideen:
Tee kann man aus der ganzen Frucht (getrocknet oder frisch), nur aus dem Fruchtfleisch oder auch nur aus den Kernen machen.
Zur Marmeladenherstellung sind die dickeren Hagebutten wegen des höheren Fruchtfleischanteils gut geeignet. Ohne Kerne!
Einem Brotteig kann man reines Fruchtfleisch vor dem Backen zugeben, egal ob daraus Brot, Semmeln oder Stockbrot gebacken wird.

Weißdorn
Nicht roh essen, vorher kochen.
Rezeptideen:
Likör und Mus

Schafgarbe
Wird in der Naturheilkunde als Frauenkraut bezeichnet.
Es handelt sich um einen Korbblütler und kein Doldengewächs. Der Geruch hilft gegen Verwechslung mit anderen Pflanzen.
Rezeptideen:
Aus den (getrockneten) Blüten kann Tee aufgebrüht werden.
Die Blätter eignen sich für Dips mit Quark oder für Kräuterbutter.

Springkraut, Samen sind essbar
Springkraut, Samen sind essbar

Springkraut
Es handelt sich bei der Pflanze um eine gute Bienenweide. Die Blüten riechen / schmecken etwas seifig, daher zum rohen Verzehr nicht empfehlenswert, sind jedoch nicht giftig.
„Lieber essen als spritzen“
Rezeptideen:
Die Samen sind, egal ob weiß, braun oder schwarz, essbar und haben einen nussigen Geschmack. Man kann sie beispielsweise über einen Salat streuen. Aus den Blüten kann man einen Sirup oder ein Gelee kochen.

Seilaufbau

Nach dem Sammeln der Früchte und Kräuter wandte sich die Gruppe dem Thema Seilaufbau zu. Roland rief in Erinnerung, dass Jugendleiter ohne spezielle Ausbildung mit ihrer Kinder- und Jugendgruppe lediglich niedrige Konstruktionen mit einer begehbaren Höhe von max. 50 cm errichten sollten, und je nach Alter bzw. Größe der Kinder eher noch niedriger. Auch sollten es keine dauerhaften Konstruktionen sein, sondern spätestens innerhalb von wenigen Wochen wieder abgebaut werden. Dauerhafte Konstruktionen unterliegen strengeren Kriterien und dafür wäre eine umfassendere Ausbildung notwendig.

Als nächstes führte Roland mit den Teilnehmerinnen die Baumansprache durch und wies auf Zeichen hin, die einen Baum als nicht geeignet erscheinen lassen. Auf folgende Punkte ist besonders zu achten:

  • Hängen abgebrochene Äste in der Baumkrone?
  • Hat der Baumstamm weniger als 25 cm Durchmesser in der Höhe, in der das Seil/Gurt/Bandschlinge um den Baum gelegt werden soll?
  • Handelt es sich "nur" um eine Staude?
  • Ist der Baum mit Efeu bewachsen?
  • Wachsen an dem Baum Pilze?
  • Befinden sich im Wurzelbereich des Baumes Risse im Boden?
  • Ist die Rinde gesprungen?
  • Weist der Baum Sturmschäden auf?
  • Ist der Baumstamm, wenn auch nur in Teilen, gespalten?
  • Befinden sich an dem Baum „tote“ Äste?
  • Ist der Baum ausgehöhlt, gibt es Nisthöhlen?
  • Befindet sich unmittelbar am Baum ein Ameisenhügel?
  • Könnte sich unter dem Baum eine Fuchs-/Dachshöhle befinden?
  • Befindet sich zwischen den beiden ausgewählten Bäumen ein Hindernis, das man nicht wegräumen kann?

Sofern einer der Punkte zutrifft oder anderweitig Zweifel an der Stabilität des Baumes aufkommen, sollte man lieber einen anderen Baum auswählen. Zusätzlich zur Auswahl der beiden Bäume ist noch die Umgebung mit dem 6-Seiten-Blick zu kontrollieren, ob keine anderen Gründe gegen den ausgewählten Platz sprechen.

Nachdem beschlossen war, dass sowohl eine Slackline, ein Handlauf sowie ein Sicherheitsseil befestigt werden sollten, wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt, die jeweils für eine statische Einheit zuständig waren.

Schnell stellte sich heraus, dass sich in der Theorie einiges einfacher anhört, als es sich dann bei der Umsetzung in der Praxis herausstellt.
So ist darauf zu achten, dass sich die Karabiner und Knoten möglichst nah am Baum befinden und ggf. kürzere Bandschlingen zu verwenden sind.
Bandschlingen und andere Materialien, die um den Baum gelegt werden, sollten mit Teppichstücken oder Isomatten unterfüttert werden, damit die Rinde nicht beschädigt wird.
Wird festgestellt, dass die Höhe der Slackline in der Mitte zu gering ist, müssen die Gurte wieder gelöst und samt Rinden-Schutz höher geschoben und wieder gespannt werden.
Beim Zuschrauben der Karabiner ist darauf zu achten, dass man sie ganz zuschraubt und dann wieder eine Viertel bis Halbe Drehung löst, damit das Gewinde des Karabiners unter der späteren Beanspruchung nicht verkantet.
Dann gibt es die 1-1-1-Regel: Eine Person zieht mit einer Hand das Seil straff. Eine Person belastet die Konstruktion und es wird noch einmal nachgespannt.

Bei der Höhe der drei Gurte / Seile ist der Abstand zueinander zu berücksichtigen, so dass sich je nach Körpergröße der Handlauf in der richtigen Höhe befindet und das Sicherheitsseil zusammen mit der Länge des im Tragegurt befestigten Seils Bewegungsfreiheit auf dem Seil und eine Fallhöhe erlaubt, bei der man nicht auf dem Boden aufschlägt.

Roland empfahl, vor dem ersten Einsatz mit einer Kindergruppe den Aufbau mit dem zur Verfügung stehenden Material zu üben, in Ruhe einen geeigneten Platz auszuwählen und vor Ort die Konstruktion zum Testen aufzubauen. Vor allem für Neulinge auf dem Gebiet ist es sinnvoll, den Aufbau in Ruhe durchzuführen bevor die Kinder und Jugendlichen zum Balancieren kommen. Erst nachdem man Erfahrungen gesammelt hat und sich sicher fühlt, sollte man sich an den gemeinsamen Aufbau mit Kindern bzw. Jugendlichen heranwagen.

Der Aufbau der ganzen Konstruktion hatte wie angekündigt ca. eine Stunde gedauert, der Abbau gut 5 Minuten, aber das sei laut Roland völlig normal.

Planung der Flussüberquerung

Planung der Flussüberquerung

Verteilen des Materials zum Seilaufbau

Verteilen des Materials zum Seilaufbau

Seil zur anderen Flussseite werfen

Seil zur anderen Flussseite werfen

Auf der Slackline nicht nach vorne lehnen

Auf der Slackline nicht nach vorne lehnen

Rückenlage sollte auf der Slackline vermieden werden

Rückenlage sollte auf der Slackline vermieden werden

Nun ging es weiter zu Silkes Natur- und Erlebnishof Rothmühle, nur einige Gehminuten entfernt.

Silke hatte bereits etwas früher drei Lagerfeuer in Feuerschalen angezündet, damit zum Kochen eine gute Glut vorhanden war. Eine Stunde etwa sollte als Vorlauf für das Aufschichten, Anzünden und zur Glutbildung des Lagerfeuers eingerechnet werden. Silke war es sehr wichtig, auf die Sicherheitsaspekte rund ums Lagerfeuer hinzuweisen, vor allem im Hinblick darauf, dass die Teilnehmerinnen später mit Kinder- und Jugendgruppen auf offenem Feuer kochen möchten.

  • Der Untergrund muss feuerfest sein. Ob eine Feuerschale verwendet wird, ein Loch im Boden ausgehoben wird o.ä., es darf sich in unmittelbarer Umgebung kein brennbares Material (z.B. trockene Wiese) befinden.
  • Löschmaterial sollte ausreichend vorhanden sein. Als Löschmaterial bieten sich Wasser, Sand, Löschdecke und Feuerlöscher an. Unbedingt darauf achten, dass beim Kochen mit Öl/Fett (z.B. Apfelkücherl, Brennnessel-/Kartoffelchips) nicht Wasser zum Löschen verwendet wird. Günstig ist ein passender Deckel, mit dem das Feuer im Öl/Fett erstickt werden kann.
  • Verbandszeug sollte parat liegen. Verbandszeug gehört bei einer Gruppenstunde sowieso zur Grundausstattung, jedoch sollte man im Zusammenhang mit Feuer zusätzliche Vorkehrungen treffen.
  • Essen frei von Asche halten. Unweigerlich wird auf dem Essen über dem Lagerfeuer Asche landen, das kann man nicht völlig vermeiden. Jedoch sollte man die Menge so gering wie möglich halten. Vor allem beim Nachlegen von Brennmaterial und beim Anfächeln des Feuers sollten die Lebensmittel kurz weggebracht oder gut abgedeckt werden.
  • Grillbesteck und andere Hilfsmittel bereitlegen. Werden Töpfe oder Pfannen auf einem Grillrost über offenes Feuer oder direkt in die Glut gestellt, werden auch die Griffe heiß (keine Plastikgriffe verwenden!) und es sollten Backhandschuhe, feuerfeste Arbeitshandschuhe, Geschirrtücher o.ä. vorhanden sein, damit die Töpfe ohne Verbrennungen angefasst werden können.
  • Offenes Feuer bzw. Glut erzeugt große Hitze. Die vom E-Herd gewohnten Kochzeiten sollten nicht als Maß für das Kochen am Lagerfeuer verwendet werden, denn es geht oft schneller!
  • Nicht ohne Aufsicht. Ob nun für die Kinder und Jugendlichen oder das Kochgut, es sollte immer ein Betreuer dabei sein, der die Aufsicht übernimmt.

Fisch heißräuchern
Es war schon ein eigenartiger Moment, als Roland ankündigte, dass aus einer weihnachtlich anmutenden Gebäckdose in wenigen Minuten ein geräucherter Fisch kommen soll. Dazu wurden rechteckige Dosen (ca. 30x30cm) mit trockenen Holzspänen (Buche, Kiefer, Fichte, Lärche; in jedem Fall unbehandeltes Holz) befüllt (ca. 3cm hoch). Auf die Holzspäne wurden Kräuter gelegt, wie z.B. Salbei, Rosmarien, Dill und/oder Oregano. Nun wurde ein Stück Alufolie darübergelegt, das etwas kleiner war, als die Grundfläche der Dose. Der Fisch, in diesem Fall ein Lachsfile, wurde mit Öl eingerieben und von allen Seiten gesalzen. Der marinierte Fisch wurde auf die Alufolie gelegt und die Dose mit dem Deckel, in den mit einem Messer oder Schraubenzieher 4-5 kleine Lüftungsöffnungen gestochen waren, geschlossen.
Die Dose wird direkt auf/in die Glut gestellt. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Dose waagrecht steht. Ab dem Moment, wenn Rauch aufsteigt, ist der Fisch in ca. 7 Minuten fertig geräuchert. Während dem Räuchern ist darauf zu achten, ob sich der Deckel der Dose abhebt. Sollte dies der Fall sein, den Deckel möglichst rasch mit dem Grillbesteck oder einem Ast wieder auf die Dose drücken, ansonsten funktioniert der Räuchervorgang nicht.
Der fertige Fisch hat eine bräunliche Farbe erhalten und sollte auf Druck noch weich sein. Die Holzspäne sind schwärzlich verkohlt (es müssen für jeden Räuchervorgang neue Holzspäne verwendet werden) und auch die Kräuter sind durch die Hitzeeinwirkung dunkel verfärbt und nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Forelle und Lachsfilet zum Räuchern und Grillen

Forelle und Lachsfilet zum Räuchern und Grillen

Lachsfilet einölen und salzen vorm Räuchern

Lachsfilet einölen und salzen vorm Räuchern

Räucherkisten mit Holzspänen und Kräutern vorbereiten

Räucherkisten mit Holzspänen und Kräutern vorbereiten

geräuchertes Lachsfilet mit Beilagen garniert

geräuchertes Lachsfilet mit Beilagen garniert

Drucktest beim geräucherten Fisch - ideal

Drucktest beim geräucherten Fisch - ideal

Steckerlfisch
Der Fisch (z.B. Forelle) sollte innen großzügig gesalzen und nach Geschmack mit Kräutern gefüllt werden.
Die Steckerl sollten aus unbehandeltem Holz sein. Egal ob Rund- oder Vierkantholz (Durchmesser ca. 1,5cm) sollte ein Ende spitz geschnitzt werden, damit das Aufspießen des Fisches erleichtert wird. Aufgespießt wird durch das Maul des Fisches Richtung Schwanzspitze, jedoch sollte die Fischschwanz nicht durchstoßen werden, denn sonst läuft man Gefahr, dass der Fisch vom Steckerl fällt. Der aufgespießte Steckerlfisch wird nun über dem Lagerfeuer bzw. der Glut platziert, wobei man anfangs den Fisch mit dem Rücken nach unten drehen sollte, damit er schneller durch wird. Als Hilfsmittel kann man einen Holzklotz mit vorgebohrten Löchern, Ziegelstein o.ä. verwenden, in den man die Steckerl hineinstecken kann. Die Grilldauer hängt natürlich von der Größe des Fisches, dem Abstand zur Glut und der Hitze der Glut ab, aber als Anhaltspunkt kann man etwa 30 Min. veranschlagen.

Anspitzen der Steckerl für Steckerlfisch

Anspitzen der Steckerl für Steckerlfisch

Löcher bohren zur Befestigung des Steckerlfisches

Löcher bohren zur Befestigung des Steckerlfisches

Steckerlfisch mit Salz und Kräutern würzen

Steckerlfisch mit Salz und Kräutern würzen

Der Fisch schwimmt nicht mehr weg

Der Fisch schwimmt nicht mehr weg

Steckerlfisch filitieren

Steckerlfisch filitieren

Gemüse in der Grillschale
Paprika wurden geputzt, in breite Streifen geschnitten, mit Bärlauchsalz und einer getrockneten Kräutermischung gewürzt, mit Öl mariniert und in einer Grillschale auf den Grill gestellt.

Zubereitung Gemüse und Kräuterdip

Zubereitung Gemüse und Kräuterdip

Silke wendet das Gemüse

Silke wendet das Gemüse

Gemüse am Galgen

Gemüse am Galgen

Bratkartoffeln, Gemüsepackerl und Folienkartoffeln

Bratkartoffeln, Gemüsepackerl und Folienkartoffeln

Folienkartoffeln
Vorgekochte, etwa gleich große Kartoffeln (alle hatten Hunger und es sollte schnell gehen, aber es geht natürlich auch mit rohen Kartoffeln) jeweils in Alufolie einwickeln und am Rand von der Glut oder auf dem Grillrost ablegen, gelegentlich drehen, damit die Kartoffeln von allen Seiten heiß werden.

Kartoffelecken
Kartoffeln nicht zu klein würfeln und bei Zeitmangel bereits vorab in einer Pfanne anbraten. Ansonsten in einer stabilen Grillschale mit Öl und Gewürzen auf den Grillrost stellen und unter gelegentlichem Wenden braten.

Zutaten für Kräuterdip
Zutaten für Kräuterdip

Kräuterdip
Der Kräuterdip hatte eigentlich nichts mit dem Lagerfeuer zu tun, außer dass er das restliche Mittagessen abgerundet hat. In einer Mischung aus Quark und Sauerrahm kamen außer ein wenig Bärlauchsalz noch frische, kleingeschnittene Kräuter und Blüten aus Silkes Garten hinzu.

Anspitzen der Steckerl für Steckerlfisch

Anspitzen der Steckerl für Steckerlfisch

Löcher bohren zur Befestigung des Steckerlfisches

Löcher bohren zur Befestigung des Steckerlfisches

Steckerlfisch mit Salz und Kräutern würzen

Steckerlfisch mit Salz und Kräutern würzen

Der Fisch schwimmt nicht mehr weg

Der Fisch schwimmt nicht mehr weg

Steckerlfisch filitieren

Steckerlfisch filitieren

Die Dosen mit dem geräucherten Fisch und die Steckerlfische kamen ziemlich zeitgleich über das Lagerfeuer, aber der geräucherte Fisch in der Dose war deutlich früher fertig. So gab es als ersten Gang Räucherfisch mit Gemüse und als zweiten Gang die Steckerlfische. Erfreulicherweise befand sich eine Teilnehmerin in der Gruppe, die einen Jagdschein hat und diese übernahm souverän das Zerteilen und Portionieren der Forellen.

Nachdem alle so wohlig gesättigt waren, kostete es schon fast ein wenig Überwindung, gleich wieder weiter zu kochen, jedoch waren alle neugierig genug, um erneut zu Kochlöffel und Grillzange zu greifen.

Schokokuchen im Hordentopf
Der Kuchenteig wird ganz normal zubereitet und in eine gut eingefettete und mit Semmelbrösel ausgestreute Kuchenform (z.B. Gugelhupfform oder andere Formen / Materialien, die auch für das Backrohr geeignet sind) gefüllt.
In den Hordentopf wird eine Lage Sand gefüllt, ca. 5cm hoch. Darauf stellt man die Kuchenform und drückt sie für einen guten Stand ein wenig in den Sand, jedoch nicht so tief, dass die Kuchenform den Boden des Topfes erreicht. Der Deckel des Topfes sollte möglichst dicht schließen, damit sich die Hitze im Topf staut und der Teig durch wird.
Ein Schaschlikspieß aus Holz ist eine große Hilfe um festzustellen, wann der Kuchen durch ist.

Hordentopf mit Sand zum Kuchenbacken

Hordentopf mit Sand zum Kuchenbacken

Sichtkontrolle beim Schokokuchen im Hordentopf

Sichtkontrolle beim Schokokuchen im Hordentopf

Schokokuchen frisch aus dem Lagerfeuer-Backrohr

Schokokuchen frisch aus dem Lagerfeuer-Backrohr

Schokokuchen aus dem Hordentopf

Schokokuchen aus dem Hordentopf

Apfelkücherl
Die Äpfel werden geschält, das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher entfernt und dann die Äpfel in ca. 0,5-1cm dicke Ringe geschnitten.
Je nach Geschmack kann man eine Art Pfannkuchen- oder Bierteig machen, in den die Apfelringe eingetaucht werden.
Ein mittlerer bis eher größerer Topf wird mit ca. einem Liter Öl auf dem Grill erhitzt. Über den Abstand zur Glut reguliert man die Temperatur des Öls. Der Topf sollte so mit Öl gefüllt sein, dass die Apfelringe gut darin schwimmen können, also 5 bis 7cm hoch und idealerweise ist der Topf so hoch, dass er dann erst etwa bis zur Hälfte gefüllt ist.
Die im Teig eingetauchten Apfelringe lässt man am besten mit einer Gabel vorsichtig in das heiße Öl gleiten. Nicht mit zu viel Schwung, sonst spritzt das heiße Öl heraus und das kann Verbrennungen geben oder sich am Feuer entzünden.
Die Apfelkücherl werden gewendet, sobald die Unterseite gebräunt ist. Wenn beide Seiten gebräunt sind, fischt man sie mit einer Gabel oder einem Schaumlöffel heraus und gibt sie auf ein Stück Küchenrolle, um das überschüssige Öl zu entfernen.
Noch warm und mit etwas Zimtzucker bestreut sind Apfelkücherl ein echter Leckerbissen!

Wildapfelbaum

Wildapfelbaum

Äpfel schälen, ausstechen und in Scheiben schneiden für Apfelkücherl

Äpfel schälen, ausstechen und in Scheiben schneiden für Apfelkücherl

Viele Köche ... bereiten einen Ausbackteig zu

Viele Köche ... bereiten einen Ausbackteig zu

Wenden der Apfelkücherl im heißen Öl

Wenden der Apfelkücherl im heißen Öl

Apfelkücherl mit Zimtzucker

Apfelkücherl mit Zimtzucker

Brennnesselmäuse
Beim Pflücken der Brennnesseln sollte man auf saubere Blätter achten und ein Stück vom Stiel dran lassen, das ist dann nämlich später der Mäuseschwanz. Eine mittlere Größe der Blätter ist günstig zum Halten und dennoch noch nicht so fasrig wie große, ältere Blätter.
Auch hier ist zum Eintauchen entweder eine Art Pfannkuchen- oder etwas herzhafter ein Bierteig geeignet.
Ein mittlerer Topf wird mit Öl (ca. 5cm hoch) auf dem Grill erhitzt. Über den Abstand zur Glut reguliert man die Temperatur des Öls.
Am Stiel festhaltend taucht man die Blätter einzeln in den Teig ein und legt sie sogleich in das heiße Öl. Die Brennnesselmäuse sollten im Öl gedreht werden, sobald eine Seite braun ist. Wenn sie rundherum braun sind, werden sie mit einem Schaumlöffel aus dem Öl geholt und auf eine Küchenrolle zum Abtropfen gelegt.
Bierteig-Mäuse kann man noch etwas salzen, süße Mäuse können mit etwas Zimtzucker bestreut werden, bevor die Katzen-Kinder kommen und sich über die leckeren Mäuse hermachen  ;-))

Öl zum Ausbacken

Öl zum Ausbacken

Roland bereitet den Bierteig für die Brennnesselmäuse vor

Roland bereitet den Bierteig für die Brennnesselmäuse vor

Brennnesselmäuse im heißen Öl ausbacken

Brennnesselmäuse im heißen Öl ausbacken

Brennnesselmäuse im Bierteig gebacken

Brennnesselmäuse im Bierteig gebacken

Da alle drei Lagerfeuerstellen mit den bisher genannten Kochaktionen belagert waren, mussten die weiteren Rezepte auf einem E- bzw. Gasherd zubereitet werden. Grundsätzlich können jedoch auch diese Rezepte am Lagerfeuer nachgekocht werden.

 

Ringelblumensalbe
Frische oder getrocknete Ringelblumenblütenblätter werden unter Rühren ca. 15 Minuten in Öl ausgekocht, abgefiltert und das gewonnene Ringelblumenöl mit Bienenwachs gemischt.
Ringelblumensalbe sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden, in jedem Falle nicht zu warm oder direkt in der Sonne stehen lassen. Wichtig für die Haltbarkeit ist, dass man bei der Entnahme immer auf Sauberkeit achtet. Der Behälter sollte mit der Bezeichnung des Inhalts und dem Herstellungsdatum versehen werden.

Ölauszug von frischen Ringelblumenblütenblättern

Ölauszug von frischen Ringelblumenblütenblättern

Filtern des Ringelblumenblütenblätterölauszugs

Filtern des Ringelblumenblütenblätterölauszugs

Ringelblumensalbe abgefüllt

Ringelblumensalbe abgefüllt

4-Frucht-Marmelade
Auf dem Spaziergang am Vormittag hatten die Teilnehmerinnen folgende Früchte gesammelt: Holler, Wildäpfel, Kornelkirschen und Brombeeren.
Der Holler wurde von den groben Stielen befreit. Ein feines Auslesen war nicht nötig.
Die Wildäpfel wurden wo nötig ausgeschnitten und das Kerngehäuse entfernt.
Kornelkirschen und Brombeeren wurden als Ganzes mitsamt den anderen vorbereiteten Früchten in einem großen Topf aufgekocht, bis alle Früchte weich waren. Die weichen Früchte wurden durch eine Flotte Lotte passiert, um alle Kerne zu entfernen. Kornelkirschen haben große Kerne, die entfernt werden müssen und Holler hat kleine Kerne, die viele beim Essen als störend empfinden.
Das gewonnene Fruchtmus muss abgemessen und mit einer entsprechenden Menge Gelierzucker gemischt werden. Diese Masse wird erneut aufgekocht und möglichst heiß in heiß ausgewaschene Gläser abgefüllt, verschlossen und für 5 Minuten auf den Kopf gestellt. Die abgefüllten Marmeladengläser sollten mit einer Bezeichnung des Inhalts und dem Herstellungsdatum beschriftet werden.

Wildfrüchte - Holler, Wildäpfel und Brennnessel

Wildfrüchte - Holler, Wildäpfel und Brennnessel

Wildfrüchte werden geputzt

Wildfrüchte werden geputzt

Wildfrüchte vor dem Kochen - Holler, Kornelkirsche, Wildapfel, Brombeeren

Wildfrüchte vor dem Kochen - Holler, Kornelkirsche, Wildapfel, Brombeeren

Passierte Wildfrüchte mit Gelierzucker zu Marmelade kochen

Passierte Wildfrüchte mit Gelierzucker zu Marmelade kochen

Abfüllen der Marmelade

Abfüllen der Marmelade

Grundsätzlich sind auch noch ganz andere Gerichte auf einem Lagerfeuer möglich:
Suppen und Eintöpfe aller Art
Kaffee ("wilde" Variante aus Löwenzahnwurzeln) oder Tee
Löwenzahnhonig einkochen
Pfannkuchen
Baumbrot (der große Bruder vom Stockbrot)
Bratapfel am Spieß


Die Teilnehmerinnen wurden in Gruppen eingeteilt, die jeweils für die Zubereitung der einzelnen Gerichte zuständig waren. Am Ende konnte jede Gruppe von ihrer Kochaktion und den gewonnenen Erfahrungen berichten, was für alle sehr interessant war, denn es waren sich alle einig, dass das Kochen am Lagerfeuer an diesem Tag nicht das letzte Mal gewesen sein soll!

Natürlich kam auch jetzt das Verkosten nicht zu kurz. Es wurde zum zweiten Mal eine große Tafel gedeckt und alle Leckereien gemeinsam verkostet. Als alle das Gefühl hatten, keine noch so kleine Brennnesselmaus mehr essen zu können, stimmten Judith und Roland noch einmal ein paar der Lieder an, die wir im Laufe der beiden Tage kennengelernt hatten und so konnten alle gesättigt, voller toller Eindrücke und in beschwingter Stimmung ihre Heimreise antreten.

Abschied mit Gesang

Abschied mit Gesang

Abschlussrunde mit Gesang

Abschlussrunde mit Gesang

Abschlussrunde mit reich gedecktem Tisch

Abschlussrunde mit reich gedecktem Tisch

Judith zeigt die richtige Höhe, dann sitzt jeder Ton

Judith zeigt die richtige Höhe, dann sitzt jeder Ton

selbstgemachte Cola aus dem Cola-Kraut

selbstgemachte Cola aus dem Cola-Kraut

Literaturempfehlung
Literaturempfehlung

Literaturempfehlungen:

Calendula: Eine Heilpflanze spiegelt das Licht
von Christina Kiehs-Glos
ISBN-10: 3772550266

Faszination Outdoor-Küche (Praktische Erlebnispädagogik)
von Heike Hornig und Markus Hönig
ISBN-10: 3940562106

Wildfrüchte und Wildkräuter: Erkennen · Sammeln · Zubereiten
von Gertrud Scherf
ISBN-10: 3405168708

Wilde Küche: Das große Buch vom Kochen am offenen Feuer
von Susanne Fischer-Rizzi
ISBN-10: 3038004995