Alte Obstsorten in den Oberbayerischen Voralpenlandkreisen

Der Erhalt bedrohter alter Obstsorten sowie die pomologische Recherche zur Bestimmung und Beschreibung unbekannter Sorten werden mit diesem Projekt gesichert.
Hintergrund ist der dramatische Rückgang der Streuobstbestände. Viele von denen, die noch vorhanden sind, befinden sich in einem schlechten Pflegezustand. Sie weisen Lücken auf und sind überaltert. Zudem ist vielfach die Sortenvielfalt verloren gegangen. Mit den traditionellen Streuobstwiesen verschwinden auch viele alte regionale Apfel- und Birnensorten und damit wertvolle genetische Ressourcen.

Ziel des Biodiversitätsprojektes ist es, die im Rahmen einer dreijährigen Kartierung gefundenen seltenen und insbesondere die unbekannten Obstsorten zu erhalten, zu vermehren, zu sichern und einer breiten Öffentlichkeit bekannt und verfügbar zu machen.
Seit 2015 wurden über 900 alte Obstbäume erfasst und nach Möglichkeit deren Sorten bestimmt. Diese Kartierung ist noch nicht abgeschlossen und wird heuer weitergeführt. Die bisherigen Ergebnisse sind beeindruckend. Mit insgesamt 178 vom Kompetenzzentrum für Obstbau Bodensee nachgewiesenen Apfel- und Birnensorten wurde eine hohe Sortenvielfalt festgestellt. Die Ergebnisse legen nahe, dass aufgrund des besonderen Klimas entlang des Alpenrands eine große gebietsspezifische Sortenvielfalt existiert. 222 Fruchtproben wurden als unbekannt eingestuft. Dabei könnte es sich um verschollene oder bisher noch nicht beschriebene Sorten handeln. Darüber hinaus wurde eine Reihe seltener, für das Untersuchungsgebiet unerwarteter Sorten festgestellt.

Voraussetzungen für das Zustandekommen des Projekts „Alte Obstsorten in den oberbayerischen Voralpenlandkreisen“ sind die Zustimmung aller Projektbeteiligten sowie die Bewilligung der Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds und den Bezirk Oberbayern.
Das Geld in Höhe von gut 424.000 Euro für den gesamten Projektzeitraum von fünf Jahren soll zu 65 Prozent aus Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds kommen und zu gut zehn Prozent vom Bezirk Oberbayern. Die verbleibende Summe wollen sich die übrigen Projektbeteiligen teilen, das heißt, auf den Bezirksverband entfiele ein jährlicher Beitrag von knapp 3.000 Euro.

Für die federführende Abwicklung des Projekts bot sich der Landkreis Rosenheim an. Er würde dann die Fördermittel beantragen und alleiniger Zuwendungsempfänger sein. Weitere Projektbeteiligte sind die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Traunstein und Weilheim-Schongau sowie der Trägerverein Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V.

Quelle: LRA Rosenheim