Naturschaugarten Bischofswiesen

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Eine Streuobstwiese ist zwar etwas richtig Wertvolles, doch der Obst- und Gartenbauverein Bischofswiesen wollte aus der Fläche, die er 2015 angelegt hatte, noch mehr machen. Deshalb startete er 2020 damit, einen Naturschaugarten zu gestalten. Mit großem Ideenreichtum und einem gehörigen Schuss Kreativität hat der Verein dort alle wichtigen Strukturen geschaffen, die ein naturnaher Garten braucht. Unterstützung kam von der Gemeinde und von vielen verschiedenen Partnerinnen und Partnern, mit denen der Verein seit Langem zusammenarbeitet.

Von der Streuobstwiese zum Naturschaugarten

Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Bischofswiesen im Landkreis Berchtesgadener Land hat 2015 zusammen mit der Gemeinde und der Grundschule am Ortsrand von Bischofswiesen eine Streuobstwiese angelegt. Die bekam im Laufe der Jahre Zuwachs mit einem Bienenhotel, Strohfiguren und einem Nasch- und Beerengarten. Doch warum die Streuobstwiese nicht noch erweitern und die Fläche zu einem Schaugarten der Naturvielfalt machen? 1.150 m2 wurden nun zum Naturschaugarten – mit einer Fülle an Ideen. Es entstanden ein Kräutergarten, Wildblumenwiesen, ein Insektenspielplatz und ein Schaukompost. Die Wege zwischen den Stationen sind nicht befestigt oder versiegelt. Vielmehr wandern die Gäste auf gemähten Pfaden durch den Garten. Für alles, was gebaut wurde, hat der Verein Materialien verwendet, die er aus der Natur und aus der Umgebung beschaffen konnte. Denn ressourcenschonendes Arbeiten gehört zum Konzept des Naturschaugartens dazu.

So geht’s weiter:

Künftig wird es eine Schau-Nisthilfe für unser Insektenhotel geben, wo das Brutverhalten der Wildbienen in Glasröhren sichtbar sein wird. Auch plant der Verein einen „Insektenhighway“ in den Ort und in die Agrarlandschaft hinein.

Insekten und Wildtiere brauchen nicht nur Futter, sondern auch Habitatstrukturen. Deshalb gibt es jetzt im Naturschaugarten einen „Insektenspielplatz“ aus Reisighaufen, Steinstrukturen, kleinen Wasserbecken und offenen Sandflächen. Diese Strukturen sind aber nicht nur bei fliegenden Besuchern beliebt. Auch kleine Säugetiere, wie Igel und verschiedene Mäusearten oder Reptilien, wie Eidechsen, Blindschleichen und Salamander fühlen sich hier herzlich willkommen.

Im Naturschaugarten gibt es einen geschlossenen Biomassekreislauf. Alle anfallenden Bioabfälle werden kompostiert und gelangen als Komposterde wieder auf die Fläche.

Der Verein möchte diese Verwandlung vom Bioabfall zum „Gärtnergold“ zeigen, deshalb besteht nun eine Seite des Komposthaufens aus einer Fensterwand. Um den Reifeprozess im Kompost nicht durch zu viel Sonneneinstrahlung zu stören, ist vor der Glasscheibe eine Flügeltür angebracht. Auf deren Innenseite ist das Kompostprinzip kinderfreundlich erklärt. Zwei an Schnüren befestigte Lupen in Verbindung mit einer Beschreibung der kompostbewohnenden Tierchen haben bisher noch jedes Kind zum Staunen gebracht.

Link: https://www.bischofswiesen.de/naturgarten-bischofswiesen.htm

Wie eine Blumenwiese anlegen? Was braucht man dazu? Welches ist der richtige Standort – und wie sieht die passende Pflege aus? Alles rund um das Thema Blühfläche und Blühwiese gibt es hier in der Blühflächenfibel des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege e. V.

 

Link zur Blühflächenfibel

Kontakt

Obst- und Gartenbauverein Bischofswiesen
Sepp Stangassinger
83483 Bischofswiesen
Tel.: 08652/8428
Mail: sepp-stangassinger@web.de

Der Wert für Mensch und Natur

Artenvielfalt Hervorzuheben bei diesem Projekt ist, dass es sich um eine langjähriges, großfläches Unterfangen (seit 2015) mit kontinuierlicher, jährlicher Ausweitung bis 2021 handelt. Es umfaßt sie Verknüpfung verschiedenster naturnaher Maßnahmen und eine gute Nachhaltigkeit durch natürliche Baumaterialien, Regenwasserspeicherung und heimische Sämeriein. das Projekt hat Lehrcharakter (Schaukompost, Infotafel, Etikettierung) und fußt auf einem breiten Netzwerkgedanken mit zahlreichen Akteuren (Gartenbauverein, Landschaftspflegeverband, Biosphärenregion, private Unternahmen, Privatpersonen, Gemeinde, Behörden). Die Einbindung von Kindern und Schulklassen ist vorbildlich. Desweiteren gibt es ergänzende und naturnahe Ausbaupläne für die Zukunft.
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Der Tipp vom Bezirksverband

In der Zusammenarbeit mit vielen örtlichen Kooperationspartnern können solche umfassenden Projekte am besten gelingen. In der Zusammenarbeit mit vielen örtlichen Kooperationspartnern können solche

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