Jahreshauptversammlung 2016

Jahreshauptversammlung 2016
Jahreshauptversammlung 2016

Am 20. Februar 2016 fand die Jahreshauptversammlung des Bezirksverband Oberbayern im Seehotel in Bernried am Starnberger See statt.

Tagesordnungspunkte:

1) Tätigkeitsbericht der Verbandsleitung
2) Kassenbericht
3) Kassenprüfungsbericht
4) Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung
5) Abstimmung über die neue BV-Satzung
6) Vorgezogene Neuwahl des 1. und 2. Vorsitzenden, sowie eines stellvertretenden Vorsitzenden
7) Arbeitsprogramm, Termine und Veranstaltungen 2016
    •  Internet und Newsletter
    •  Termine
    •  Jugendarbeit
    •  Verleih von Kinderkisten
    •  „Mach mit!“ BV-Pass
    •  Gartenpfleger
    •  Senioren
    •  Heimat aktiv gestalten
    •  Projektgärtner
    •  Landespflege und Wettbewerb
    •  Oberbayerische Obst- und Gartenbauvereine im öffentlichen Verkehrsraum
    •  Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“
    •  Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“
    •  Tag der offenen Gartentür
8) Haushaltsvoranschlag 2016
9) Grußworte der Ehrengäste
10) Verschiedenes, Wünsche und Anträge
    •  Asylsuchende in OGVs integrieren
    •  Teilnahmebestätigung für Gartenpfleger
    •  Erhalt seltener Obstsorten am Voralpenrand

Führung durch das Golddorf Bernried
Führung durch den Klostergarten

Wolfram Vaitl - Begrüßung zur Mitgliederversammlung
Wolfram Vaitl - Begrüßung zur Mitgliederversammlung

Begrüßung
Wolfram Vaitl begrüßte als 1. Vorsitzender die zahlreich erschienenen Mitglieder, meist Vorsitzende und Geschäftsführer der oberbayerischen Kreisverbände. Besonders herzlich begrüßte Wolfram Vaitl die Ehrengäste Raimund Richly und Leni Humplmair.

1) Tätigkeitsbericht der Verbandsleitung
Auf Wunsch einiger Mitglieder wurde dieses Jahr der Geschäftsbericht vorab zugeschickt, so dass eine ausführliche Schilderung des Tätigkeitsberichts durch die Verbandsleitung entfallen konnte. Wolfram Vaitl ging jedoch auf den sog. Friedhofswettbewerb ein, dass dieser, wie auch andere Wettbewerbe, weniger unter einem Sach- oder Leistungswettbewerb zu sehen sei, sondern es sich hier vielmehr um ideelle Wettbewerbe handelt, bei denen Ideen und Anregungen ausgetauscht werden können und sollen.

Wolfram Vaitl teilte nun in seiner Funktion als Präsident des Landesverbandes mit, dass er beim Landesverband derzeit mit zwei großen und wichtigen Themen beschäftigt ist, das ist zum einen die Anerkennung der Streuobstwiese als immaterielles Kulturerbe und zum anderen das Thema Schulgarten, das er gerne in den Lehrplan aufgenommen haben möchte.

Josef Jäckl - Kassenbericht 2015
Josef Jäckl - Kassenbericht 2015

2) Kassenbericht
Josef Jäckl zeigte den Kassenbericht von 2015 auf und verlas die einzelnen Posten. Bei einigen Positionen erläuterte er die Begriffe und welche Kosten darunter zu verstehen sind. Er wies auch darauf hin, dass immer noch ein Restbestand von
Apfelfibeln und Memories erworben werden kann.
Josef Jäckl machte darauf aufmerksam, dass jeder Kreisverband, der Jugendarbeit betreibt, beim BV einen Antrag auf Zuschuss stellen kann. Der Antrag muss die Einladung inkl. der Tagesordnungspunkte, eine Teilnehmerliste und eine plausible Kostenaufstellung beinhalten. Jugendseminare der Kreisverbände, bei denen beispielsweise ein Referent zu einem Jugendthema eingeladen ist, sind in aller Regel zuschussfähig.

Andreas Wimmer - Kassenprüfungsbericht
Andreas Wimmer - Kassenprüfungsbericht

3) Kassenprüfungsbericht
Andreas Wimmer und Manfred Thierfelder hatten im Vorfeld in ihrer Funktion als Kassenprüfer die vorgelegten Belege geprüft. Andreas Wimmer betonte, dass der BV sehr kostenbewusst agiert und die Kostendisziplin auffallend groß sei. Die beiden Kassenprüfer empfahlen die Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung.

4) Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung
Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet.
Wolfram Vaitl bedankte sich bei den beiden Kassenprüfern.

5) Abstimmung über die neue BV-Satzung
Damit der BV die sog. Gemeinnützigkeit nicht verliert, wurde eine Satzungsänderung notwendig. Statt „Bezirksverband Oberbayern für Gartenbau und Landespflege e.V.“ war eine Namensänderung in „Bezirksverband Oberbayern für Gartenkultur und Landespflege e.V.“ vorgesehen. Nach Ansicht der Vorsitzenden ist der Begriff „Gartenkultur“ weiter gegriffen und wird den vielfältigen Aufgaben, denen der BV sowie die Ortsvereine nachgehen, besser gerecht.

Nach einer entsprechenden Abstimmung ist als Resultat festzuhalten, dass die Satzungs- und Namensänderung durch die Mitglieder einstimmig angenommen wurde.

6) Vorgezogene Neuwahl des 1. und 2. Vorsitzenden, sowie eines stellvertretenden Vorsitzenden
Wolfram Vaitl begrüßte kurz die zwischenzeitlich eingetroffene Bezirksbäuerin Christine Singer, die seit knapp einem Jahr an den BV-Sitzungen teilnimmt. Aus Sicht des BV ist eine Zusammenarbeit mit den Kreis- und Dorfbäuerinnen erstrebenswert, da es viele thematische Überschneidungen und somit Ergänzungsmöglichkeiten der beiden Verbände gibt.

Wolfram Vaitl teilte den Anwesenden mit, dass es ihm aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich ist, guten Gewissens die Aufgaben des 1. Vorsitzenden des BV zu erfüllen. Seine Aufgaben als Präsident des Landesverbandes sind deutlich zeitaufwändiger als ursprünglich angenommen. Damit der BV nicht unter diesem Zeitmangel leidet, ist es aus seiner Sicht unabdingbar, den BV personell neu zu strukturieren und er gibt daher nach 6 Jahren als 1. Vorsitzender den Vorsitz auf.
Thomas Janscheck gibt seine Position als 2. Vorsitzender ebenfalls aus Zeitgründen auf.

Wahlleiter Josef Jäckl führte die Wahlen durch und es konnten jeweils einstimmig gewählt werden:

1. Vorsitzender            Rudolf J. Katzer
2. Vorsitzender            Wolfram Vaitl
stellvertretender Vorsitzender     Thomas Janscheck

Wahlleiter Josef Jäckl (li) gratuliert Rudolf Katzer zur einstimmigen Wahl zum Vorsitzenden des BV OBB
Wahlleiter Josef Jäckl (li) gratuliert Rudolf Katzer zur einstimmigen Wahl zum Vorsitzenden des BV OBB
Thomas Janscheck - Präsentation der Internetseite und Newsletter
Thomas Janscheck - Präsentation der Internetseite und Newsletter

7) Arbeitsprogramm, Termine und Veranstaltungen 2016

Internet und Newsletter
Thomas Janscheck bat die anwesenden Mitglieder eindringlich, wiederum ihren Mitgliedern die Internetseite des BV und den Newsletter nahe zu bringen. Nach wie vor sind viele Gartenbauvereinsmitglieder nicht darüber informiert, welche Leistungen der BV anbietet. Durch den Newsletter können sich alle Mitglieder zeitnah und kostenlos über Veranstaltungen informieren.

Termine
Als geplante Termine sind derzeit drei Veranstaltungen für die Vereinsführung durch Manfred Burghardt vorgesehen. Vor allem für neue Vorsitzende, Schriftführer sowie Kassier sind diese Veranstaltungen sehr hilfreich, um sich einen umfassenden Überblick über ihre neuen Aufgaben zu verschaffen.

Im Rahmen der Jugendarbeit hat Thomas Janscheck die letzten Jahre und auch für 2016 Jugendseminare mit neuen Schwerpunktthemen etabliert. Dabei ist er bemüht, sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Jugendleiter zu orientieren. Nachdem der letzte neue Lehrgang „Der Kleine Naturapotheker“ gleich zweimal ausgebucht war, gelingt dies offensichtlich ganz gut.
Für 2016 ist ein neues Jugendseminar, der MärchenpateIn angeboten und erfreut sich ersichtlich durch die vorliegenden Anmeldungen einer großen Nachfrage.

Jugendarbeit
Thomas Janscheck zeigte die verschiedenen Rubriken der Jugendarbeit auf der Internetseite des BV auf. Aus seiner Sicht ist es wichtig, dass jeder Kreisverband einen Jugendbeauftragten hat, der mit den Angeboten des BV vertraut ist und diese an die einzelnen Jugendleiter vor Ort heranträgt. Diese Jugendbeauftragten der Kreisverbände wären für Thomas Janscheck als Jugendbeauftragten des BV ideale Ansprechpartner. Das jährliche Jugendseminar im Herbst kann sozusagen als Versammlung der Jugendleiter und –beauftragten betrachtet werden, bei dem Aktuelles mitgeteilt wird und eine regelmäßige fachliche Weiterbildung stattfindet.
Nächster Termin: 08.10.2016 in St. Wolfgang (KV Erding)
Der OGV St. Wolfgang hat aktuell 137 Kinder- und Jugendmitgliedschaften.  

Verleih von Kinderkisten
Thomas Janscheck wies wie sein Vorredner Josef Jäckl darauf hin, das Angebot der Kinderkisten zu nutzen und an die Jugendleiter vor Ort heranzutragen. Demnächst kommt ein neues Themengebiet dazu: eine Wasserkiste. Denkbar ist es, dass Kreisverbände für deren Versammlungen die Kinderkisten ausleihen und auf der Versammlung deren Mitgliedern präsentieren.

„Mach mit!“ BV-Pass
Abschließend stellte Thomas Janscheck den neuen „Mach mit!“ BV-Pass vor. Dieser Pass ist für jeden JugendleiterIn vorgesehen, damit er/sie einen übersichtlichen Nachweis für die Veranstaltungen hat, an denen er/sie teilgenommen hat.

Heinz Huber - Rasenseminar für Gartenpfleger
Heinz Huber - Rasenseminar für Gartenpfleger

Gartenpfleger
Heinz Huber kümmert sich innerhalb des BV u.a. den Fachbereich Gartenpfleger. 2015 hatte er ein Rasenseminar bei der Firma Schwab organisiert. Es wurden die drei Rasenarten Halbschattenrasen, Spiel- und Gebrauchsrasen sowie Sportrasen vorgestellt und die professionelle Ernte und Verpackung des Rasens mittels Spezialmaschinen demonstriert. An dem Kurs nahmen 25 Gartenpfleger teil.

Auch 2016 hat Heinz Huber bereits einen Seminartag für Gartenpfleger angeboten und durchgeführt, der mit 30 Teilnehmern gut besucht war. In Hallbergmoos, im Bayerischen Obstzentrum, war das Fortbildungsthema „Gesundes Obst aus kleinen Gärten“.
Nach einem Vortrag von Dr. Neumüller wurde ein Obstschnitt an einem Halbstamm, einem Spalier und einer Spindel durchgeführt. Der Referent zeigte auch den Schnitt an Brombeeren und Spindeljohannisbeeren.

Senioren
Da Heinz Huber auch noch den Fachbereich Senioren betreut, konnte er auf das Seminar „Gärten für Senioren“ am 16.04.2016 hinweisen, welches aktuell neu ausgeschrieben wird. Nach einer Einführung in das Thema folgen zwei Vorträge:  „Pflegeleichte Pflanzen und Bepflanzungsbeispiele“ sowie über das Thema „Hochbeete“, die ein  rückenschonendes Arbeiten erlauben. Man muss sich bewusst machen, dass sich im Alter die Bedürfnisse ändern, sowie die körperliche Fitness nachlässt.

„Was Senioren Freude macht, kommt auch den Jüngeren zu Gute“

 

Heimat aktiv gestalten
Harald Lorenz ist innerhalb des BV für die Kooperation mit Tirol, Vorarlberg und Salzburg zuständig. Es wurden bereits 3 Veranstaltungen in Seeon durchgeführt, die letzte 2015 als „Ideenbörse für die Belebung der Vereine in einem Garten der Vielfalt“. Nun wurde ein neues länderübergreifendes Projekt geplant und beginnt am kommenden Wochenende: die Ausbildung zum Projektgärtner.

Harald Lorenz - Projektgärtner
Harald Lorenz - Projektgärtner

Projektgärtner
Harald Lorenz zeigte die Aspekte dieser neuen Ausbildung auf, die innerhalb von drei Jahren sieben Module umfasst. Dabei bündeln alle vier Träger ihre Erfahrungen und Ressourcen, um mit den ausgebildeten Projektgärtnern Multiplikatoren auszubilden, die dann in ihrem Umfeld Projekte planen und umsetzen können.
 
Ziel des BV ist es, dass nach Beendigung dieser Ausbildung 11 Fachkräfte in Oberbayern Projekte in deren Umfeld planen und umsetzen können.

Thomas Janscheck ergänzte, dass es Ziel des BV ist, in jedem Kreisverband zumindest einen Jugendleiter, einen Gartenpfleger und einen Projektgärtner zu etablieren.

Rudolf Katzer - neu gewählter Vorsitzender
Rudolf Katzer - neu gewählter Vorsitzender

Landespflege und Wettbewerb
Rudolf Katzer betreut innerhalb des BV diesen Fachbereich und bedankte sich ganz herzlich für das ihm mit der Wahl entgegengebrachte Vertrauen.


Oberbayerische Obst- und Gartenbauvereine im öffentlichen Verkehrsraum
Wie bereits auf der Internetseite mitgeteilt, kann dieser vor einem Jahr angekündigte Wettbewerb leider nicht wie geplant stattfinden.

Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“
Rudolf Katzer rief die Kreisverbände auf, diesen Wettbewerb zu nutzen und bei den Vereinen dafür zu werben. Bei der Teilnahme an diesem Wettbewerb geht es nicht um monetäre Gründe, sondern ein Dorf kann seinen eigenen Stellenwert kennen lernen und wertschätzen und vor allem entsteht dabei ein ganz besonderer Dorfzusammenhalt. Der Wettbewerb ist erfahrungsgemäß eine große Bereicherung für die Dorfgemeinschaft.

Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“
Das Ergebnis des Wettbewerbs ist auf der Internetseite des Landesverbandes ersichtlich. Der Bericht über die Zweitplatzierten ist auf der Internetseite des BV nachzulesen.

Tag der offenen Gartentür
Thomas Janscheck bat die Kreisverbände, deren Anmeldungen zum ToG zeitnah weiterzugeben. Auch die Bestellung der Flyer sollte zeitnah erfolgen.

8) Haushaltsvoranschlag 2016
Josef Jäckl führte die verschiedenen Positionen im Haushaltsvoranschlag für 2016 aus. Es gab keine Fragen dazu.

Christine Singer – Grußwort der Bezirksbäuerin
Christine Singer – Grußwort der Bezirksbäuerin

9) Grußworte der Ehrengäste
Die Bezirksbäuerin Christine Singer bedankte sich für ihre Einladung und bekräftigte von Ihrer Seite das Interesse, gemeinsam mit dem BV gleiche Ziele und Interessen zu verfolgen.

10) Verschiedenes, Wünsche und Anträge
Thomas Janscheck fragte die Mitglieder nach Wünschen und Anträgen.

Asylsuchende in OGVs integrieren
Es wurde gebeten, das Thema „Asylsuchende in OGVs zu integrieren“, durch den BV aufzugreifen.
Thomas Janscheck wies darauf hin, dass dieses Thema Teil eines Moduls bei der Ausbildung zum Projektgärtner ist. Jedoch wird der BV bei der nächsten Sitzung beratschlagen, welche weiteren Möglichkeiten aufgegriffen werden können.

Teilnahmebestätigung für Gartenpfleger
Die Bitte wurde geäußert, dass die Teilnehmer von den Gartenpflegerseminaren eine entsprechende Teilnahmebestätigung erhalten.
Heinz Huber führte dazu aus, dass er am Seminartag den anwesenden Gartenpflegern gerne die Bestätigung in deren mitgebrachten Ausweis einträgt und dies auch bisher so gehandhabt hat.

Eva-Maria Bichler-Öttl und Heike Grosser mit einer Anfrage
Eva-Maria Bichler-Öttl und Heike Grosser mit einer Anfrage

Erhalt seltener Obstsorten am Voralpenrand
Eva-Maria Bichler-Öttl vom KV Miesbach und Heike Grosser vom KV Weilheim- Schongau stellten das Projekt vor.
Die Regierung von Oberbayern hat 2015/16 das Projekt „Obstsortenkartierung in sechs oberbayerischen Landkreisen - Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau“ im Rahmen der Umsetzung des Biodiversitätsprogramm 2030 finanziert. Hierbei sollen ca. 1000 Bäume (Kernobstsorten) erfasst und bestimmt werden. Man möchte hier alte „unbekannte“ Obstsorten suchen und erhalten. 2015 konnten (nach einem Aufruf über die Zeitung) 300 Fruchtproben genommen werden, davon handelt es sich bei 62 Proben um Sorten, die bisher nicht bestimmt werden konnten bzw. unbekannt sind. Diese alten Sorten bieten u.a. ein Potenzial in Bezug auf allergiefreie Sorten. Diese bisher unbekannten Sorten sind u.U. Einzelstücke, deren Erhalt, Nachzucht und Nachveredelung den beiden Antragstellerinnen unbedingt erstrebenswert erscheinen. Idealerweise könnte ein Lehrgarten mit diesen alten Sorten entstehen.
Die Finanzierung durch die Regierung beinhaltet keine Folgeprojekte.
Eine weitere Untersuchung von Fruchtproben und der Erhalt der bisher lokalisierten alten Sorten solle gemäß Antragsteller vorgenommen werden, hierzu soll ein  Projektmanager installiert werden, der vorerst auf fünf Jahre weitere Maßnahmen zum Erhalt der alten Sorten durchführt.
Auf ihre Frage, ob sich der BV bei diesem Projekt engagieren möchte, behielt sich Thomas Janscheck zwar vor, dass der BV erst mit der Grundlage einer Kostenaufstellung genauere Aussagen über ein Engagement mitteilen kann; inhaltlich ist der BV jedoch an einer Weiterführung des Projekts stark interessiert.

Nachdem keine weiteren Fragen und Wünsche vorlagen, konnte die Versammlung beendet werden und Rudolf Katzer sowie Thomas Janscheck bedankten sich für das zahlreiche Erscheinen und rege Interesse der Mitglieder.

Dank für zahlreiches Erscheinen
Dank für zahlreiches Erscheinen

Führung durch das Golddorf Bernried
Am Nachmittag führte Josef Steigenberger, Bürgermeister von Bernried am Starnberger See, die Besucher durch das „Golddorf“ und gab Einblicke in die Entwicklung des Ortsbildes. Das Dorf hatte es, nach einer Silbermedaille im Bundesentscheid 1983, im Jahr 2007 bei seiner Teilnahme an dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ wieder bis in den Bundesentscheid geschafft und jetzt eine Goldmedaille erhalten, was eine beachtliche Leistung darstellt.

Das sogenannte Unterdorf weist auf Grund seiner räumlichen Begrenzung kaum Veränderungen auf, in den anderen Ortsbereichen ist jedoch zu erkennen, dass immer wieder Neues hinzukommt oder Bestehendes verändert wird. Das Dorf ist mit Leben erfüllt und das spiegelt sich im Wandel der Bebauung und Gestaltung wider.

Das eher kompakte Dorf war schon lange ein Klosterdorf, das früher in 38 kleine Höfe und ein großes Gut aufgeteilt war, wobei das Gut mit rund 700 Hektar etwa die Hälfte der Gemeindefläche einnahm. Die Einführung von Bahn und Schifffahrt Ende des 19. Jahrhunderts brachte kaum Veränderungen für den Dorfcharakter mit sich, da die Großgrundbesitzer nichts verkauften. Deshalb hat Bernried von den angrenzenden Gemeinden mit Abstand den größten unbebauten Uferabschnitt von etwa sieben Kilometer Länge am Starnberger See.

Das Dorfbild wird unter anderem durch die über 1000 Eichen geprägt, von denen viele rund 300 Jahre alt sind und eine sogar geschätzte 800 Jahre zählt. Es gibt einen breiten Grüngürtel in und um Bernried, über dessen Erhalt bei den Bernrieder Bürgern große Einigkeit besteht. Durch diesen hohen Baumanteil war es sogar möglich, in direkter Nachbarschaft zum Kindergarten und der Grundschule im denkmalgeschützten Effner-Park einen Waldkindergarten zu etablieren. Durch die zurückgehenden Kinderzahlen in den letzten Jahren wurde immer wieder die Notwendigkeit einer eigenen Grundschule in Frage gestellt. Nachdem Bernried jedoch einige asylsuchende Familien aufgenommen hat, änderte sich diese Entwicklung und nun ist es stattdessen notwendig, die Grundschule durch einen Anbau zu erweitern.  

Als offenes Geheimnis für den Erhalt eines dörflichen Charakters sieht Bürgermeister Steigenberger die ab dem Jahre 1983 entstandenen und bis jetzt beibehaltenen Bebauungspläne, die den Häuserbestand in den Grenzen festschreiben und Gartenbebauungen verhindern. Wie im alten Ortskern ist auch in den Neubaugebieten jedes Haus fußläufig zu erreichen, was bedeutet, dass sich im ganzen Ort zusätzlich zu den Straßen kleine Wege zwischen den Grundstücken hindurchschlängeln, auf denen sich vor allem auch Kinder sicher bewegen und toben können. Für junge Familien ist dieser Aspekt des relativ gefahrlosen Fußwegs für die Kinder neben der guten Infrastruktur mit Grundschule und der Wahlmöglichkeit des Kindergartens sicherlich ein großer Pluspunkt für den Wohnort Bernried.

Eine Bürgerbefragung im Jahre 2015 ergab, dass 96,5% der Einwohner mit der Lebensqualität in Bernried zufrieden oder sogar sehr zufrieden sind.

Bedingt durch die Bebauungspläne besteht Bernried aus kleinen Häusern mit mittleren bis größeren Gärten, die jedoch durchaus unterschiedliche Baustile aufweisen. Dieser romantisch-dörfliche Charakter und das unbebaute Seeufer mögen die Hauptgründe dafür sein, dass es immer wieder sehr viele namhafte Maler nach Bernried zog und sie teils sogar in Bernried sesshaft wurden.
Leider regnete es von der ersten bis zur letzten Minute der Führung, aber das tat den interessanten Ausführungen von Bürgermeister Steigenberger keinen Abbruch und die Besucher bekamen mit dem geschichtlichen Hintergrund einen guten Einblick in die Entwicklung des Dorfes.

Führung durch den Klostergarten
Nun folgte noch eine Besichtigung des Klosters in Bernried unter der Führung von Heike Grosser. Das ehemalige Augustinerchorherrenstift steht mittlerweile unter der Leitung der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing, von denen derzeit 19 Schwestern im Kloster wohnen.
Das Kloster hatte zwischenzeitlich unterschiedliche Besitzer, bevor es 1949 wieder in Kirchenbesitz übernommen wurde.
Neben dem beeindruckenden Klostergebäude besticht der Garten mit seinen Anbauflächen auf den ersten Blick vor allem durch seine Hanglage. Es gibt zahlreiche Anbauflächen in Form von Obstgehölzen und Beerensträuchern, Salat- und Gemüsebeeten, einige davon in Form von Hochbeeten, und zwei größeren Gewächshäusern. Es war für die Besucher kaum vorstellbar, dass diese weitläufigen und durch die Hanglage erschwert erreichbaren Gartenflächen in erster Linie von zwei Klosterschwestern betreut werden, von denen die eine 85 Jahre alt ist und die jüngere auch bereits über 70 Jahre zählt. Erst 2015 wurde eine Gärtnerin in Teilzeit eingestellt und es gibt hier und da ehrenamtliche Unterstützung.
Die interessierten Besucher konnten einen Blick in einen Erdkeller werfen, bei dem sich die Hanglage ausnahmsweise als echter Vorteil erweist. Im Innenhof des Klosters befindet sich ein eigener Kräutergarten, unmittelbar vor dem Eingang zur Klosterküche. Auch dieser Gartenbereich ist durch ein starkes Gefälle geprägt. Schwester Fidelis hatte über viele Jahre den Kräutergarten gepflegt, die geernteten Kräuter verarbeitet und sogar ein Buch über die Verwendung von Kräutern geschrieben. Selbst als Schwester Fidelis erblindete hat sie sich an der Gartenarbeit weiterhin beteiligt. Zum einen kannte sie den Garten in- und auswendig und zur Not konnte sie die Pflanzen am Geruch einwandfrei unterscheiden. Auch in diesem sehenswerten Kräutergarten wäre die Klostergemeinschaft für eine Unterstützung von außen sehr dankbar.
Zum Abschluss luden die Schwestern die Besucher zu Kaffee und Kuchen in einem ehemaligen Kartoffelkeller ein, der seit einigen Jahren zu einem gemütlichen Bewirtungsraum im Klostergebäude ausgebaut ist. Die Besucher wärmten sich dankbar an Kaffee und Tee und genossen den in der Klosterküche selbstgebackenen Kuchen.
Rudolf Katzer bedankte sich bei den Schwestern, dass sie ihre Kloster- und Gartentür für die Besucher geöffneten hatten und für die herzliche Bewirtung, die bei der nasskalten Witterung nicht nur die Herzen wärmte. Ein weiterer Dank ging an Heike Grosser, die diese Führung im Klostergarten organisierte und durchführte, sowie an Bürgermeister Steigenberger, welcher sein Dorf auf so eindrucksvolle Weise präsentierte.

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