Spiele und Aktionen – Praxisteil

Nun war es für die SeminarteilnehmerInnen an der Zeit, selbst aktiv zu werden. Tina Hermanns und Waltraud Karl führten mit der Gruppe einige Spiele und Aktionen durch, wie sie auch mit Kindern umsetzbar sind.

Seil (Länge ca. 10-20m je nach Größe der Gruppe)
Das Seil zum Kreis knoten und alle Kinder darin aufstellen zu lassen ist eine gute Möglichkeit, die Kinder an einem Ort „zusammenzuhalten“.

Wie fressen Fledermäuse?
Kinder stehen im Kreis.
Kinder fragen, was sie glauben, wie Fledermäuse fressen. Dabei daran denken, dass die Tiere im Flug fressen.
Jedes Kind soll versuchen, ein Gummibärchen mit dem Mund zu fangen, welches ihm der JuLei zuwirft.
Wie könnte diese Fangmethode optimiert werden?
Kinder sollen Jacken / Pullis ähnlich der Fledermausflügel ausbreiten und nun die zugeworfenen Gummibärchen fangen.
Fledermäuse fangen Insekten mit ihren Flügeln und aus diesem gefüllten „Futterbeutel“ fressen sie heraus. Das geht alles sehr schnell, denn sie müssen gleich wieder Flugbewegungen machen, um nicht abzustürzen.

Fledi und Motti
Ein Kind wird zur Fledermaus „Fledi“ und zwei Kinder sind die Motten. Die restlichen Kinder bilden einen Baum-Kreis zur Begrenzung der Spielfläche. Fledi werden die Augen verbunden. Sobald Fledi „Fledi“ ruft, müssen die Motten mit „Motti“ antworten. Fledi muss nun die Motten finden und fangen.
Je nach Gruppengröße kann die Anzahl an Fledermäusen und Motten natürlich angepasst werden.
Den Kindern vor Spielbeginn die Orientierung der Fledermäuse erklären.

Tastspiel zur Gruppenfindung
Je nachdem, wie viele Gruppen eingeteilt werden sollen, so viele verschiedenartige Obstsorten (oder andere Gegenstände) müssen in entsprechender Stückzahl bereitgehalten werden.
Alle stellen sich im Kreis auf, Hände auf den Rücken.
Der JuLei legt jedem einen Gegenstand in die Hände.
Die gleichen Gegenstände führen nun zur Gruppe zusammen. Wobei keiner schauen darf, sondern man stellt sich so oft paarweise Rücken an Rücken und tastet den Gegenstand des Partners ab, bis sich alle Gruppen gefunden haben.

Rindenbild
Ein Blatt DIN A4 zweimal falten, so dass vier Felder entstehen. In jedes dieser vier Felder wird an einem anderen Baum ein Rindenbild gemalt. Kohlestifte wären für das Bild sehr gut geeignet, machen aber sehr schnell dreckige Hände / Kleidung. Wachsmalstifte (oder Wachsmalblöcke z.B. von Stockmar) sind daher alltagstauglicher.
Jedes Baumbild kann mit Obstart, Datum, Standort u.ä. ergänzt werden.

Wildniskocher
Der Wildniskocher (hier der faltbare Hobokocher von der Fa. Künzi, Anschaffungskosten ca. 100 €) ist nur eine Möglichkeit, wie das Draußensein für die Kinder  durch die unkomplizierte Vorbereitung und mit vergleichsweise wenig Materialaufwand sofort mit Kulinarik verbunden werden kann. Es ist möglich z.B. gleich direkt auf der Streuobstwiese im Winter warmen Apfelsaft zuzubereiten oder kombiniert mit einer Wokpfanne einfache Pfannengerichte z.B. mit Kindern kleine Apfelstücke schneiden und dann mit einem vorher vorbereiteten Pfannkuchenteig portionsweise als „Apfelschmarrn“ ausbacken. Andere Einsatzmöglichkeiten sind z.B. gleich nach der gemeinsamen Kartoffelernte in ca. 20 Min. die Kartoffeln noch erntefrisch als Pellkartoffeln kochen, kommt nach den Erfahrungen von Waltraud Karl sehr gut bei den Kindern an.
Mit einem Lagerfeuer ist ein Wildniskocher schwer zu vergleichen. Ein Lagerfeuer braucht etwas mehr Vorbereitung: z.B. sicherer Platz z.B. nicht direkt unter Bäumen, Feuerstelle ausheben, umgrenzen, evtl. Feuer anmelden). Am Lagerfeuer zu sitzen ist sehr atmosphärisch und man kann es lange am Brennen halten....

Apfelverkostung
Jedes Kind bekommt einen runden Teller oder bringt ihn mit. Dazu das Arbeitsblatt „Die Apfeluhr“ austeilen. Erst wird erarbeitet was eine Obstart und Obstsorte ist und wie Sorten entstehen. Dazu Buchtipp: „Jakob Fischer – Der schöne aus dem Oberland“ von Franz Renner. Dann werden 6 Sorten Äpfel betrachtet und die Unterschiede in Form, Farbe, …, (auch das Innere des Apfels) festgestellt. Die Äpfel werden dann in so viele Stücke geteilt, dass jedes Kind ein Stück erhält. So werden die 6 Sorten der Reihe nach auf den Teller gelegt und auf dem Arbeitsblatt beschriftet. Wenn der Teller voll ist, probieren die Kinder unter Anleitung einen Apfel nach dem anderen. Dabei wird erst gerochen und angeschaut und dann gegessen. Zum Schluss wird die Lieblingssorte der Klasse/Gruppe gewählt.

Insektenkescher aus Kleiderbügel
Drahtkleiderbügel aufbiegen, so dass ein Kreis entsteht. Mit Kabelbindern Strumpfhosen als Netz befestigen, die Beine zusammen binden und abschneiden. Den Haken mit einem Stock verbinden.