„Dornröschen war ein schönes Kind“

Im stimmungsvollen Sonnenuntergang entführte Dagmar Held alle Seminarteilnehmerinnen zu märchenhaftem Tanz und Musik. Dabei stimmte die Musikpädagogin sowohl einige allgemein bekannte Märchen-Lieder an, als auch viele von den Anwesenden noch nie gehörte Weisen. Auf Grund ihres reichen Wissens- und Erfahrungsschatzes als Mitarbeiterin des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege konnte sie sehr gut veranschaulichen, wie man mit Kindern neue Lieder einführt und Wiederholungen nicht langweilig werden, damit das Liedgut gut im Gedächtnis verankert wird und das gemeinsame Musizieren einfach Spaß und Freude bereitet.

Dagmar Held geht bei der Einführung neuer Lieder gerne folgendermaßen vor: Sie erzählt zum Lied passend eine kurze Geschichte, um schon einmal auf das Lied neugierig zu machen. Nun singt und spielt sie die erste Strophe vor, damit die Melodie ins Ohr geht und auch schon der Text etwas vertraut wird. Dann spricht sie den Text noch einmal relativ langsam und sehr deutlich, dass er auch in einer größeren Zuhörerschaft gut verstanden wird. Beim zweiten Mal singen der gleichen Strophe stimmen schon einige mit ein. Je nach Inhalt des Textes ruft sie nun die Sangesrunde auf, dass der Weckruf noch gar nicht bis zum Waldrand zu hören war, der Willkommensgruß noch freundlicher sein könnte, jemand rechte Kopfschmerzen hätte und viel leiser gesungen werden sollte usw. Über diese kleinen Geschichten und dem damit verbundenen Ansporn, beim nächsten Mal die gleiche Strophe noch einmal besonders laut, sehr leise oder besonders lustig bzw. ernst zu singen, werden viele Wiederholungen erreicht, ohne dass es den Sängern langweilig wird, sondern im Gegenteil, bei diesen geradezu schauspielerischen Herausforderungen entsteht viel Spaß und Begeisterung.

Lieder, bei denen von bestimmten Bewegungen die Rede ist, wie z.B. Winken, Scheren schleifen o.ä. können immer gleich die Bewegungen zum Gesang kombiniert werden. Auch hier kann bei den Wiederholungen variiert werden, so dass einmal nur ganz sachte, geradezu majestätisch zurückhaltend gewunken wird und das nächste Mal „wackelt“ der ganze Arm.

Werden in einem Lied, wie bei der „Rosina“ in den einzelnen Strophen Gegenstände aufgezählt, so ist es sehr bereichernd und unterhaltsam, wenn diese Dinge tatsächlich vorhanden sind und bei der jeweiligen Strophe gezeigt werden.

Mit Instrumenten können bei Liedern schöne Akzente gesetzt werden. So können Personen oder Gefühlen in einem Lied passende Instrumente zugeordnet werden, die dann entsprechend zum Einsatz kommen. Bevor jedoch die Instrumente zur Betonung eingesetzt werden, sollten Melodie und Text bereits gut bekannt sein, sonst wird es zu unruhig. Zum Erlernen von Melodien kann natürlich von Anfang an mit Instrumenten gearbeitet werden, so dass sich jeder gemäß dem Rhythmus einbringen kann.

Um zum Märchenerzählen ein Ritual zu schaffen, kann man eine einfache, bekannte Melodie wählen, diese mit einer Zaubersprache versehen und schon hat man einen einfachen jedoch effektvollen Einstieg ins Märchenland. Wer sich gut auf `s Reimen versteht, kann sich zu bekannten Melodien neue Strophen passend zum Märchen einfallen lassen. Wenn diese Texte auch noch Namen und Besonderheiten der OGV-Kindergruppe enthalten, dann kann man sich sicher sein, dass die Kinder mit Feuereifer dabei sind und die Lieder in kürzester Zeit auswendig können!

Akzente mit Instrumenten setzen

Akzente mit Instrumenten setzen

Alle im Rhythmus

Alle im Rhythmus

Beschwörung von Zauberkräften

Beschwörung von Zauberkräften

Prinzessin oder strahlende Braut, ein Schleier verwandelt

Prinzessin oder strahlende Braut, ein Schleier verwandelt

Tanzen, wie es Kinder gerne mögen

Tanzen, wie es Kinder gerne mögen