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Vogelfutterhäuschen
Vogelfutterhäuschen

Dieses Thema bietet verschiedene Schwerpunkte, die man selber bewusst aufgreifen kann oder durch das Interesse der Kinder unwillkürlich angesprochen werden. Zum einen wird das Futter der Vögel, welches geeignet ist oder nicht, behandelt, dann gibt es Zug- und Wintervögel, also die Strategien, wie Tiere die kalte Jahreszeit überstehen (da kommt man schnell auf Eichhörnchen und Igel bzw. Winterschlaf / -ruhe) und die Kinder können im Spiel ihr Wissen erweitern und testen. Die Kinder können auch aufgefordert werden, ihre Futterstationen und die Vögel, die es besuchen, zu beobachten und diese Beobachtungen zu notieren, z.B. für die Aktion „Stunde der Wintervögel“ vom LBV. Wenn man diese Beobachtungen unterstützen möchte, kann man ein Blatt mit den heimischen Vögeln als Strichliste vorbereiten, damit die Kinder immer wieder die Vögel vergleichen und sich sicher sein können, welcher Piepmatz da gerade den Garten besucht.

Vogel-Vorstellungsrunde

  • Ich heiße Susanne und hörte heute einen Singvogel.
    (Das ist Susanne, sie hörte heute einen Singvogel.) Ich heiße Andrea und füttere gerne Amseln.
    (Das ist Susanne, sie hörte heute einen Singvogel. Das ist Andrea und sie füttert gerne Amseln). Ich heiße …
  • Ich heiße Susanne und mein Lieblingsvogel ist ein …, weil er …
  • Bildkarten mit einheimischen Vögeln am Boden verteilen, jeder darf sich ein Bild aussuchen und stellt sich dann vor:
    Ich heiße Susanne und an dem Bild gefällt mir besonders …. / auf meinem Bild ist ein ……. zu sehen.

Vogelfutterhäuschen (Muster zeigen)

  • Tetra anmalen, helles Acryl
  • Trocknen lassen, ggf. Föhn
  • Tetra an den Ecken einschneiden und oberes Eck nach innen knicken
  • Löcher für Sitzstangen vorbohren, in der Höhe etwas versetzen, damit man die Äste leichter durchschieben kann und diese sich innen nicht kreuzen
  • Äste schneiden und reinstecken
  • Oben im Falz Löcher reinmachen, Faden festknoten für `s Aufhängen
  • Im Boden kleine Löcher bohren, damit ggf. Wasser ablaufen kann aber kein Futter herausfällt
  • Zu Hause Futter einfüllen, sonst wird auf dem Heimweg so viel verschüttet
  • Einfüllen mit selbst gedrehtem Papier-Trichter zeigen
  • Regelmäßig auffüllen, wenn es von den Vögeln angenommen wurde!!!

Vogelfutter besprechen, was ist gut, was geht gar nicht / Beispiele

  • Altes Brot
  • Schimmliges
  • Gesalzene Nüsse, Popcorn
  • Essensreste
  • Süßes
  • Meisenknödel und andere „Futtersäckchen“
  • Nüsse, gehackt, Wal-, Hasel-, Erdnuss    mit / ohne Schale  -> Eichhörnchen
  • Haferflocken, Fettfutter
  • Sonnenblumenkerne, mit / ohne Schale  -> Kosten
  • Apfel (bevor altes Obst auf dem Kompost landet, ausschneiden und verfüttern)
  • Rosinen

Welche Wintervögel kennen die Kinder, die wahrscheinlich zum Futterhäuschen kommen werden?

Spatz, Kohlmeise, Amsel (Unterschied Männchen und Weibchen), Buntspecht, Gimpel ….
Am besten Bilder der Vögel bereitlegen, damit diese gezeigt und den Kindern die Unterschiede und Merkmale der einzelnen Tiere gezeigt werden können. Man kann auch erst die Bilder zeigen und die Kinder raten lassen, ob sie den Vogel erkennen oder schon einmal gesehen haben.

Wer kommt sonst noch zum Futterhäuschen?

  • Hühner aus der Nachbarschaft und suchen nach Resten am Boden
  • Igel, wenn er (noch) keinen Winterschlaf hält
  • Katze, legt sich auf die Lauer für einen Vogel-Leckerbissen
  • Ggf. Raubvögel, machen Jagd auf kleinere Vögel
  • Marder, Mäuse suchen nach Resten am Boden
  • Bereits im Januar/Februar kommen die Stare von ihrem Winterquartier zurück

Standort Futterhäuschen

  • Möglichst trocken, Futter soll nicht nass werden
  • Leicht erreichbar zum regelmäßigen Nachfüllen (auch wenn Schnee liegt)
  • In Sichtweite vom Fenster zur Beobachtung
  • Ungewollte Aussaat durch Futter bedenken (z.B. Hirse, Sonnenblumen)
  • Verunreinigung durch Kot  à Reinigen (bei unserem Häuschen nicht nötig)
  • Katzen!

Vogelfutter

  • Mischen und jeweils erklären, was die einzelnen Sachen sind, z.B. Sonnenblumenkerne, Fettfutter, gehackte Nüsse
  • Portionen abpacken und zum Befüllen für zu Hause mitgeben
  • Trick mit Papiertrichter zeigen

Vogelspiel-Ereigniskarten

Bei den Karten gibt es schwierigere und leichtere Fragen bzw. Aufgaben, dies spiegelt sich auch bei den Punkten bzw. Feldern wider, die man erreicht. Je nach Alter der Kinder und Größe der Gruppe kann man die Karten entsprechend sortieren, die man benutzen möchte.

Wenn man das Spiel länger bzw. häufiger nutzen möchte, empfiehlt es sich, die Karten zu laminieren.

 

Spielideen:

  • Fragen stellen als offene Raterunde
    • Mit oder ohne Punkte sammeln
    • Mannschaft bilden oder jeder einzeln
    • Würfelspiel mit Spielplan
      • Start ist ein Futterhäuschen und Ziel ein Nest mit Jungvögeln
        ja nach Alter und Anzahl der Kinder kann man eine Anzahl von Felder aufzeichnen, die es bis zum Ziel zurückzulegen gilt.
      • Würfel und Spielfiguren, diese könnten mit Vogelbildern bemalt sein
      • Ereignisfelder einzeichnen, bei denen Karten gezogen und bearbeitet werden müssen. Es ist zu klären, ob man auch rückwärts ziehen muss, wenn man die Ereigniskarte nicht erledigen konnte.
      • Es muss vor Spielbeginn noch geklärt werden,
        ob beim 6er erneut gewürfelt werden darf.
        Auch ist vorab zu klären, ob man jemanden „schmeißt“, auf dessen Feld man hüpft, oder ob auch mehrere Figuren auf einem Feld stehen können.
        Und es muss auch geklärt sein, ob man das Ziel genau erreichen muss oder einfach nur über die Ziellinie zu hüpfen braucht.
      • Spielfeld mit Fragen
        Hier entscheidet rein die Frage bzw. die vermerkten Punkte/Felder, wie schnell man vorwärts kommt. Es wird keiner „geschmissen“ und man benötigt für das Ziel keine Punktlandung.
      • Eröffnung des Vogel-Themas
        Die Quizkarten können auch einfach als Einstieg zum Thema benutzt werden. Jeder zieht eine Karte, liest die Frage vor und versucht alleine oder mit der ganzen Gruppe die Antwort zu finden.
      • Magnetspiel
        Wenn man jedes Quizkärtchen mit einer Büroklammer versieht, kann man auch ein Angelspiel damit machen. Die zu angelnden Kärtchen können verdeckt auf dem Tisch liegen oder in einem Behälter, z.B. Dose, Eimer.
        Ob man z.B. beim Würfelspiel auch noch angelt oder das Angelspiel ganz eigenständig spielt, bleibt jedem selbst überlassen  ;-))

Vogelmemory

Je Vogel können mehrere Karten vorbereitet werden, z.B. eine

  • Vögel nach Bildern erraten lassen
  • Vögel nach Hinweisen erraten lassen, „Wer bin ich?“
    tag- / nachtaktiv, Raub- / Singvogel, Winter- / Zugvogel, Wo / Welches Nest, Welche Nahrung, Besonderheit: Eier in fremde Nester, hämmert auf Holz, Haustier der Hexe …
  • Karten verdecken und Memory spielen, dabei kann man Paarungen von Bild-Bild nehmen oder Bild-Name und nach jeder Spielrunde wechseln. Dabei prägen sich die Kinder das Aussehen der Vögel samt Namen und einiger Infos zu den Vögeln ein.

Spiel „Die guten ins Töpfchen“

  • Buntes Kleinzeugs (Linsen, Bohnen, Erbsen) sortieren lassen, man könnte auch Gummibärchen, farbige Schokolinsen o.ä. nehmen und am Schluss als Belohnung zum Futtern freigeben
    • von Hand
    • mit der Pinzette
    • Geschicklichkeitsübung jeder für sich
    • Wettbewerb einzeln oder Mannschaften

Katz` und Vögel, Fangspiel

Ein Kind ist die Katze, die sich auf allen Vieren fortbewegt. Alle anderen Kinder sind Vögel, die nur hüpfen und nicht gehen dürfen. Der Vogel, der als letzter erwischt wird, darf in der nächsten Runde als Katze anfangen.
Das Spielfeld sollte abgesteckt werden, damit die Vögel nicht allzu weit entkommen. Evtl. muss eine zweite Katze helfen.

Spiel „Alle Vögel fliegen hoch“

 

Steigt ein Büblein auf den Baum , Fingerspiel eher was für Jüngere
Steigt ein Büblein auf den Baum,

hoch, so hoch, man sieht es kaum!
Hüpft von Ast zu Ästchen,
schlüpft ins Vogelnestchen.
Ui! – Da lacht es!
Hui! – Da kracht es!
Plumps, da liegt es unten!

 

Spiel „Spechtklopfen“
Jeweils zwei Kinder bekommen vom Jugendleiter geheim die jeweils gleiche „Melodie / Tonfolge“ vorgeklopft. Nun müssen sich alle Kinder gegenseitig ihre Tonfolgen vorklopfen, um den richtigen Partner zu finden.
Einfachere Variante:
Immer zwei Kinder bekommen den gleichen Vogelnamen gesagt und müssen über Fragen: „Bist Du auch ein nachtaktiver Vogel?“ ihren Partner finden, ohne den eigenen Namen zu nennen.

 

Spiel „Winterschlaf vom Eichhörnchen“
Ein Kind ist der Frost, ein Kind der Hunger, die restlichen Kinder sind die Eichhörnchen. Es werden Wal- oder Haselnüsse im Raum verteilt.
Die Eichhörnchen sitzen am Boden und halten Winterruhe. Am besten wird jeder Ruheplatz markiert (Tuch, Reifen o.ä.).
Der Hunger geht nun rum und tippt immer wieder einem Eichhörnchen auf die Schulter. Dieses muss jetzt zu einer Nuss flitzen, diese mitnehmen und zu seinem Ruheplatz zurücksausen, bevor ihn der Frost fangen kann, sonst scheidet es aus.
Das Spiel geht so lange, bis der Frost alle Eichhörnchen gefangen hat oder die Eichhörnchen alle Nüsse eingesammelt haben.
Liegen die Nüsse alle gut sichtbar an einer Stelle, ist es für die Eichhörnchen leichter, als wenn sie sie irgendwo am Boden erst noch suchen müssen. Jetzt kommt es darauf an, wie strategisch Frost und Hunger sind.
Je nach Anzahl der Kinder können sich auch zwei „Frost“ auf die Jagd nach den Eichhörnchen machen.

 Lieder  „Alle Vögel sind schon da“ / „Vogelhochzeit“ / „Kuckuck“
Mit Bildkarten die Vögel des Liedes zeigen und entsprechen des Textes hochheben, damit wird der Text unterstützt und Name-Bild besser eingeprägt.

Zugvögel

  • Welche Arten sind unterwegs?
    z.B. Kuckuck, Star, Schwalben …
  • Es gibt Zugvögel, die ihr Winterquartier bei uns haben, Singschwan
  • Strecken der Zugvögel auf Landkarte zeigen, Flugdauer und Geschwindigkeit mit z.B. Urlaubsreise vergleichen

Tagebuch zur Gruppenstunde
Einige Kindergruppen dokumentieren ihre Gruppenstunde in einem Art Tagebuch jeder für sich oder einmal für die ganze Gruppe. Hier eine Idee, wie so eine Zusammenfassung der Gruppenstunde aussehen könnte. Es sind auch noch Spiele, Rätsel und Ausmalbilder dabei, die die Kinder in Pausen während der Gruppenstunde oder zu Hause machen können.
Wie man sich denken kann, gab es bei uns gebrannte Nüsse zum Naschen als Beispiel dafür, was für Vögel nicht als Futter geeignet ist ;-))

Ungefähre Einteilung der Gruppenstunde:

10-15 Min. Vorstellungsrunde

10 Min. Wintervögel und Futter besprechen mit Bildkarten

20 Min. Tetras anmalen, auf helle / dunkle Farben achten, Farbe dünn auftragen!

30 Min. Spiele, Lieder (Trocknungszeit überbrücken) 

15 Min. Futterhäuschen Ecken einschneiden, Bodenlöcher und Löcher für Äste,
Futter mischen und abfüllen

… Spiele Abschlussrunde
ggf. Lieblingsspiel von erster Spielrunde wiederholen oder neues Spiel und Lieder

Mitbringen / Vorbereitung Jugendleiter:

  • Tischdecke und Zeitungen auslegen
  • Acryl-Farben, Pinsel, Wasserbecher, Farbbecher
  • Wischlappen, Küchenrolle, Handtücher
  • Locher, Schnur/Seil aufhängen von Futterhäuschen
  • Föhn
  • Leere Tetras in Reserve
  • Fertige Muster-Tetras
  • Spitze Schere, scharfes Messer für Futteröffnung einschneiden
  • Ausstechformen als Schablonen zum Anmalen, wer mag
  • Vogelfutter und Eimer zum Mischen, Becher zum Umfüllen, Beispiele für geeignetes und ungeeignetes Futter
    • Sonnenblumenkerne
    • Meisenknödel & Co.
    • Haferflocken, Fett
    • Rosinen
    • Brot, Süßigkeiten ….
    • Papier als Trichter
    • Plastiktüten und Verschlüsse für Futter verteilen und mitnehmen
    • Äste für Sitzstangen, Astschere
    • Angelspiel Magnete und Büroklammern
    • Vogel-Memory
    • Ereigniskarten Vögel Spielplan
    • Wolldecke, Tuch zum Abdecken, wenn man z.B. Futterbeispiele nicht gleich auf einmal, sondern alles einzeln zeigen möchte
    • Müllbeutel für Altpapier wegbringen
    • Fotoapparat
    • Erste Hilfe
    • Handy, Teilnehmerliste mit Tel.

Mitbringen Kinder:

Gereinigter, trockener Tetra
Schere
Filzer
Pinsel

Zusatzinfos

Winterschlaf - Winterruhe – Winterstarre - Sommerschlaf

Beim Thema Vogelfutter für Wintervögel kommen auch unweigerlich die Begriffe Winterschlaf und Winterruhe zur Sprache. Winterstarre und Sommerschlaf sind wohl weniger bekannt, ich habe sie mir selber der Vollständigkeit halber dennoch im Internet zusammengesucht, aber bitte ohne Gewähr, nur als Anregung …

  • Winterschlaf
    • Keine Nahrungsaufnahme während dem Schlaf, höchstens in sehr seltenen Wachphasen
    • Zehren von Fettreserven „dicken Bauch anfressen“
    • Atempausen bis zu 1 Stunde
    • Herzschlag 2-3 pro Minute
    • Körpertemperatur sinkt fast auf Gefrierpunkt, wird auf Umgebungstemperatur geregelt
    • Im Herbst verkriechen in möglichst isolierenden Unterschlupf, oft in Gruppen
    • Z.B. Igel, Fledermaus, Murmeltier, Siebenschläfer, Haselmaus
    • Winterruhe
      • Körpertemperatur fällt nicht so stark wie beim Winterschlaf
      • Häufiger wach als bei Winterschlaf
      • Holen Futter aus dem angelegten Vorrat
      • z.B. Dachs, Eichhörnchen
      • Winterstarre
        • Extremes Auskühlen des Körpers, Einfrieren wird durch eine spezielle Körperflüssigkeit verhindert
        • Z.B. Schnecken, manche Insekten, Molche, Eidechsen, Kröten, Frösche, Blindschleichen, Kreuzottern
        • Sommer- oder Trockenschlaf
          • Ähnlich dem Winterschlaf, nur auf Grund großer Hitze
          • Herzschlag und Atmung wird reduziert um Energie zu sparen
          • Während Trockenheit und Nahrungsmangel
          • Z.B. Weinbergschnecke, Krokodile und Schlangen, einige Frosch- und Krötenarten