Die Vagener Kochfrösche kochen Schmankerl

Vagener Kochfrösche - Backen eines Birnenkuchens
Vagener Kochfrösche - Backen eines Birnenkuchens

von Bettina Sedlmair OGV Vagen

 

Mitmachen können max. 6 Kinder im Grundschulalter (davon können ein oder zwei Kindergartenkinder sein, mehr ist nicht ratsam).

Wer es zum ersten Mal macht, sollte nicht mehr als vier Kinder kommen lassen. Sonst wird es ziemlich chaotisch, weil die Kinder immer beschäftigt werden möchten.

 

Mitbringen müssen sie bei mir immer: Geschirrtuch, zwei Dosen für "Probiererl", Schäler, je nach Aktion ein Marmeladenglas und 5 Euro Unkostenbeitrag.

 

Wo?
Die Aktion findet bei mir zuhause statt. Ich war auch schon in Vereins- oder Mittagsbetreuungsküchen. Das hat den Nachteil, dass man an alle Zutaten und "Werkzeuge" denken muss und daheim greift man einfach in das nächste Kasterl und hat doch alles zur Verfügung.

 

Bei der Anzahl der Betreuer bin ich sehr gespalten. Ich mache es am liebsten allein. Aber wenn man zu zweit ist, muss man sich halt gut vorher abreden, wer welche Aufgabe übernehmen soll.

 

Jahreszeit: Kochen kann man natürlich das ganze Jahr über. Ich versuche, im Laufe eines Jahres immer wieder die saisonalen und regionalen Obst- und Gemüsesorten zu verkochen. Anfangen tun wir meist in den Faschingsferien mit einem riesigen Topf Kartoffelsuppe für unsere Fackelwanderung. 
Dieses Jahr kochten wir:
Im Februar Kartoffelsuppe
im April mit Bärlauch
im Juni gab es Pfannkuchen und dann nochmal "vergessene Schmankerl" (Kartoffelschmarrn und Hollerkücherl) im Rahmen des gemeindlichen "Tages der Generationen",
im Juli selbstgemachte Nudeln mit Tomaten im Auflauf und
im September Birnen.

Letztes Jahr: Knödel, Kartoffelsuppe, Bärlauch, Kohlrabi, Erdbeeren, Kirschen, Johannis- und Himbeeren, Frühäpfel und Plätzchen backen.

 

Dauer der Gruppenstunde:  Wir kochen meist 2 - 2,5 Stunden.

 

Vorbereitungen: Man muss sich einfache, kindgerechte Rezepte raussuchen und ein nettes Rezeptblatt daraus erstellen, alle Zutaten einkaufen und am Tisch bereitstellen, ebenso die Arbeitsmaterialien und Behälter für Abfälle und Kompost, alle Stühle um den Arbeitstisch entfernen und ich belege den Boden immer noch mit alten Fleckerlteppichen, da es sich angenehmer steht. Außerdem stelle ich für jedes Kind ein Glas bereit (sechs verschiedene, damit sie sich merken können, was ihnen gehört) und Wasser und Apfelsaft.

 

Durchführung:

Wenn die Kinder alle da sind, gehen wir gemeinsam das Rezeptblatt durch. Jeder bekommt auch eine Vereinsschürze von mir.

 

Bei frischem Obst oder Gemüse kann es sein, dass wir erst losgehen, um es zu ernten.  Mir ist dabei wichtig, dass die Kinder lernen, wo es wächst und dass nicht alles 1a Ware aus dem Supermarkt  und doch essbar ist, dann muss man aber eine Viertelstunde mehr einplanen.

 

Dann entscheiden wir uns gemeinsam, mit was wir anfangen. Mit einer kleinen Lenkung des Gruppenleiters kommt man schon auf ein gutes Ergebnis (dass man z.B. den Kuchen als erstes macht, damit er noch backen kann). Die Arbeiten für dieses eine Rezept werden auf die Kinder aufgeteilt, meist in Gruppen.

 

Wichtig! Das Kochen beginnt dann IMMER mit dem Hände waschen.

 

Beim ersten Kochen muss man helfen, wenn die Kinder aber schon öfters da waren, sage ich immer „Ich bin nur der Helfer. Ihr seid die Köche. Lest einfach nach und fragt, wenn ihr nicht weiterkommt.“ Es ist erstaunlich, zu was sie alles fähig sind. Ich bin dann nur immer der Aufpasser am Herd, dass nichts überkocht oder so.

 

Erst, wenn das erste Rezept abgearbeitet ist, der Kuchen z.B. im Ofen bäckt, kann man sich an das zweite Schmankerl machen.

 

Ich habe übrigens NIE alle Zutaten aus dem Rezept auch wirklich da. Ich finde es sehr wichtig, den Kindern zu lernen, dass man auch variieren kann und auch etwas kochen kann, wenn laut Rezept etwas fehlt. Bei dem Birnenkuchen gestern brauchten wir eigentlich eine Tasse Mineralwasser, das ich nicht hatte. Also schütteten wir Apfelschorle rein und nahmen dafür weniger Zucker. Solche Sachen meine ich.

 

Nach Beendigung des Kochens muss noch genügend Zeit übrig bleiben, die Küche wieder sauber zu machen. Das heißt, ich spüle ab und die Kinder trocknen ab, bringen den Abfall und den Kompost weg und kehren die Küche. Damit ich später nicht noch eine Stunde beschäftigt bin, die Spuren zu beseitigen.

 

Zu meinen Anfangszeiten haben wir es immer so gemacht, dass wir gemeinsam gegessen haben. So richtig mit Tisch decken, Servietten falten und so. Aber jetzt wollen sie dafür lieber ein Rezept mehr kochen und nur “schnell essen” und die Reste mit heim nehmen.

 

Wir kochen aus fast jedem Obst eine Marmelade und aus fast jedem Gemüse eine Suppe. Mir ist dabei wichtig, dass die Kinder merken, dass es ganz schnell geht und eigentlich immer die gleiche Arbeit ist, egal, welches Gemüse ich gerade daheim habe.

 

Kosten: Beim mir müssen sie immer 5 Euro Unkostenbeitrag mitbringen. Das ist nicht viel (bei der vhs kosten 4 Stunden Kochkurs etwa 28 Euro!). Bei sechs Kindern ergibt das 30 Euro. Und soviel habe ich aber noch nie verbraucht beim Einkaufen der Zutaten. Man kann damit also gut andere Veranstaltungen querfinanzieren.

 

Lieder, Geschichten oder so gibt es bei uns eigentlich nie dazu. Ich hatte mal beim Plätzchen backen eine Weihnachts-CD vom Rolf Zuckowski laufen lassen. Da den Kindern ein Lied besonders gut gefiel, hörten wir uns geschlagene 2 Stunden nur immer ein Lied an.